Durch Südamerika & die Antarktis mit Azamara Quest
Im Februar ging ich an Bord der Azamara Quest für die 22-Nächte Southern Quest-Reise von Buenos Aires nach San Antonio. Mit Kurs Richtung Antarktis führte mich diese Reise gemeinsam mit meinem Mann zu abgelegenen Regionen der Welt und zu 10 Häfen in Südamerika.
Die 2000 gebaute Azamara Quest gehört seit 2007 zu Azamara und ist heute Teil der Boutique-Flotte mit vier Schiffen. Die Schiffe sind speziell auf intensive Destinationserlebnisse ausgelegt, können kleinere Häfen anlaufen und bleiben häufig länger im Hafen. Die Azamara Quest soll im Rahmen des Azamara Forward Programms Ende 2026 umfassend modernisiert werden.
Azamara Quest in Punta del Este
Begleitet mich, wenn ich von meiner Reise berichte, die Destinationen abseits der üblichen Routen, vielfältige Tierwelten und ständig wechselnde Landschaften zwischen Südamerika und der Antarktis verspricht.
Buenos Aires: Erkundung der Hauptstadt Argentiniens
An meinem Geburtstag startete unsere Reise mit einem Nonstop-Flug nach Buenos Aires. Vor der Einschiffung auf die Azamara Quest verbrachten wir zwei Nächte in der argentinischen Hauptstadt. Nach der Landung bezogen wir das Hilton Buenos Aires im modernen Stadtteil Puerto Madero. Mit seinen Uferpromenaden, Restaurants und der zeitgenössischen Architektur erwies sich die Lage als perfekter Ausgangspunkt für unsere Erkundungen.
Zum Sonnenuntergang besuchten wir die beliebte Trade Sky Bar in den oberen Etagen des historischen Comega-Gebäudes im Stadtzentrum. Wer die Bar besuchen möchte, sollte unbedingt vorab reservieren. Von der Dachterrasse bot sich ein Rundumblick über die Stadt vom Obelisken über Puerto Madero bis hin zum Río de la Plata. Während die Sonne langsam hinter der Skyline verschwand und die ersten Lichter der Stadt aufleuchteten, stieg die Vorfreude auf den kommenden Tag.
Am späten Vormittag des folgenden Tages nahmen wir an einer Stadtführung mit einem deutschsprachigen Auswanderer teil. Buenos Aires wird häufig als „Paris Südamerikas“ bezeichnet und im Laufe des Tages wurde schnell deutlich, warum. Prächtige Boulevards, historische Cafés und beeindruckende Belle-Époque-Gebäude verleihen der Stadt ein europäisches Flair, das sich mit südamerikanischer Lebensfreude verbindet. Die Tour begann entlang der Avenida de Mayo und führte uns in das historische Zentrum. Ein Besuch des Palacio Barolo bot beeindruckende Ausblicke über die Skyline der Stadt. Das von Dantes „Göttlicher Komödie“ inspirierte Gebäude war einst das höchste Hochhaus Südamerikas. Auf der Plaza de Mayo, dem politischen und historischen Herzen Argentiniens, erfuhren wir mehr über die bewegte Geschichte des Landes. Zu den bekanntesten Gebäuden rund um den Platz zählen die Casa Rosada und die Metropolitana-Kathedrale. Letztere erlangte zusätzliche Bekanntheit als Wirkungsstätte des verstorbenen Papstes Franziskus, lange bevor er zum Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt wurde. Um auch den Alltag der Porteños kennenzulernen, nutzten wir die Subte, das älteste U-Bahn-System Lateinamerikas. Anschließend spazierten wir durch das geschäftige Microcentro, vorbei an der bekannten Florida Street und entlang der Avenida Corrientes, die oft als Broadway von Buenos Aires bezeichnet wird. Historische Cafés, Theater und die allgegenwärtige Tangokultur prägen hier bis heute das Stadtbild.
Nach dem Ende der Führung in Retiro machten wir uns auf den Weg nach Palermo Soho, benannt nach dem trendigen New Yorker Viertel. Mit seinen farbenfrohen Murals, kleinen Boutiquen, Cafés und Restaurants zeigt sich hier eine ganz andere Seite der Stadt. Zum Abendessen entschieden wir uns für eine traditionelle Parrilla und genossen argentinisches Rindfleisch, das seinem weltweiten Ruf mehr als gerecht wurde. Zum Abschluss des Tages besuchten wir die Plaza de la República mit dem berühmten Obelisken. Rund um die Avenida 9 de Julio, die laut Guinness-Buch der Rekorde als breiteste Straße der Welt gilt, herrschte eine lebendige Atmosphäre. Menschen saßen zusammen, musizierten, tanzten oder genossen einfach den warmen Sommerabend. Mit dem beleuchteten BA-Schriftzug und dem prachtvollen Teatro Colón im Hintergrund erwachte die besondere Energie von Buenos Aires nach Einbruch der Dunkelheit endgültig zum Leben.
Buenos Aires
Buenos Aires
Buenos Aires
Buenos Aires: Einschiffung auf die Azamara Quest
Nach zwei Tagen in Buenos Aires war es Zeit, in Richtung Hafen aufzubrechen. Vom Kreuzfahrtterminal aus brachten Shuttlebusse die Gäste durch das weitläufige Hafengelände direkt zum Schiff. Mit jeder Kurve wuchs die Vorfreude, bis schließlich die Silhouette der Azamara Quest vor uns auftauchte. Bereits beim Betreten des Schiffes wurden wir herzlich von der Crew begrüßt. Die persönliche und aufmerksame Art des Service, für die Azamara bekannt ist, war vom ersten Moment an spürbar.
Bevor die Einschiffung abgeschlossen werden konnte, mussten alle Gäste der Antarktisreise zunächst einen medizinischen Fragebogen ausfüllen, der anschließend vom medizinischen Team an Bord geprüft wurde. Da die Reise weit entfernt von größeren medizinischen Einrichtungen führt, gehören diese Vorsichtsmaßnahmen zu den besonderen Anforderungen einer Antarktisreise. Nach den Formalitäten konnten wir unsere Veranda-Kabine auf Deck 7 beziehen. Die mittschiffs gelegene Lage sollte sich später bei der Überquerung der Drake Passage als echter Vorteil erweisen. Neben dem privaten Balkon sorgten warme Holztöne, eine gemütliche Sitzecke und viel Stauraum sofort für Wohlfühlatmosphäre. Besonders gefreut habe ich mich über eine kleine Überraschung: Da die Reise kurz nach meinem Geburtstag begann, hatte die Crew die Kabine liebevoll dekoriert.
Bis zur Abfahrt blieb noch etwas Zeit, das Schiff zu erkunden. Das Erste, was uns auffiel, war die elegante Atmosphäre an Bord. Die Boutique-Größe machte sich sofort bemerkbar: Das Schiff wirkte persönlich, einladend und im Vergleich zu vielen größeren Kreuzfahrtschiffen angenehm übersichtlich. Mit rund 700 Gästen bietet die Azamara Quest eine deutlich intimere Atmosphäre, in der man sich schnell zurechtfindet und mit den verschiedenen Bereichen des Schiffes vertraut wird.
Am Abend versammelten sich viele Gäste an Deck, als das Schiff langsam den Hafen von Buenos Aires verließ. Während die untergehende Sonne die Skyline in warme Goldtöne tauchte, begann unser Southern-Quest-Abenteuer. Den ersten Abend verbrachten wir im Discoveries Restaurant, dem Hauptrestaurant an Bord. Anschließend zog es uns in die Cabaret Lounge, wo der Super Bowl LX live übertragen wurde. Die Lounge war passend dekoriert und die Stimmung entsprechend ausgelassen – ein unterhaltsamer Auftakt für die kommenden Wochen auf See.
Azamara Quest in Montevideo
Discoveries Dining Room
Mosaic Cafe
Montevideo: Uruguays Hauptstadt und AzAmazing Evening
Während der frühen Morgenstunden erreichten wir Montevideo, als die ersten Sonnenstrahlen die Skyline entlang des Río de la Plata in goldenes Licht tauchten.
Für unseren Besuch entschieden wir uns für den Hop-on-Hop-off-Bus, der praktischerweise direkt am Hafen startet. Unser erster Stopp war die Plaza Independencia, das symbolische Herz Montevideos und die Verbindung zwischen der historischen Ciudad Vieja und dem modernen Stadtzentrum. Die Route führte uns anschließend entlang der berühmten Rambla, einer kilometerlangen Uferpromenade am Río de la Plata. Natürlich durfte auch ein Halt am farbenfrohen Montevideo-Schriftzug nicht fehlen, einem der bekanntesten Fotomotive der Stadt. Mit seinen zwei unterschiedlichen Routen führte uns der Bus außerdem durch verschiedene Wohn- und Stadtviertel. Für Erstbesucher erwies sich diese Art der Stadterkundung als ideale Möglichkeit, in kurzer Zeit einen guten Überblick über die unterschiedlichen Facetten Montevideos zu gewinnen. Am Nachmittag zog es uns zum Mercado del Puerto. In den historischen Markthallen dreht sich alles um die uruguayische Parrilla-Kultur. Über offenen Feuerstellen werden unterschiedlichste Fleischspezialitäten zubereitet und der Duft der Grills liegt in der gesamten Markthalle in der Luft.
Nach einem kurzen Abstecher zurück zum Schiff, um uns frisch zu machen, war es Zeit für eines der Highlights, für die Azamara besonders bekannt ist: eine AzAmazing Evening. Diese exklusiven Kulturveranstaltungen bieten Gästen authentische Einblicke in die lokalen Traditionen des jeweiligen Reiseziels, während das Schiff bis in die späten Abendstunden im Hafen bleibt. Sie spiegeln Azamaras Konzept der Destination Immersion perfekt wider und ermöglichen einen besonders intensiven Einblick in Kultur und Geschichte der jeweiligen Destination.
Der AzAmazing Evening fand im historischen Solís Theatre statt, einem der ältesten durchgehend bespielten Theater Südamerikas. Das 1856 eröffnete und liebevoll restaurierte Gebäude bot den beeindruckenden Rahmen für einen unvergesslichen Abend. Bereits bei der Ankunft wurden wir von Straßenkünstlern empfangen, die sofort für eine ausgelassene Stimmung sorgten. Im Inneren des Theaters erweckte die Aufführung die Geschichte und Traditionen des uruguayischen Karnevals zum Leben. Musik, Gesang, farbenfrohe Kostüme und mitreißende Tanzdarbietungen vermittelten eindrucksvoll die Bedeutung dieser Tradition für das Land. Als der Abend bereits seinem Ende entgegenzugehen schien, wurden wir von den rhythmischen Klängen des Candombe wieder ins Freie geführt. Die traditionellen Afro-Uruguayischen Trommelrhythmen hallten durch die Nacht und sorgten für einen stimmungsvollen Abschluss. Zum Abschied erhielt jeder Gast eine Karnevalsmaske als Erinnerung an diesen besonderen Abend.
Zurück an Bord genossen wir noch einen späten Spaziergang auf Deck 10 in der kühlen Abendluft. Wir beobachteten, wie die Azamara Quest ihre Leinen löste und die Lichter Montevideos langsam in der Ferne verschwanden.
AzamazingEvening in Montevideo
Punta del Este
Punta del Este: Strandtag und Azamaras White Night
Am nächsten Morgen erreichten wir Punta del Este an der Südostküste Uruguays, oft auch als „Monaco Südamerikas“ bezeichnet. Anders als in vielen größeren Häfen gingen wir hier per Tenderboot an Land.
Unser Weg führte zunächst zur Playa Brava auf der Atlantikseite der Halbinsel. Der für seine kräftige Brandung und raue Küstenlandschaft bekannte Strand beherbergt eines der Wahrzeichen der Stadt: „La Mano“. Die 1982 vom chilenischen Künstler Mario Irarrázabal geschaffene Skulptur zeigt fünf riesige Finger, die scheinbar aus dem Sand emporragen. Von dort aus gingen wir weiter zur Playa Mansa auf der gegenüberliegenden Seite der Halbinsel. Geschützt vor den Wellen des offenen Atlantiks und zum Río de la Plata hin ausgerichtet, präsentierte sich das Wasser hier deutlich ruhiger. Bei strahlendem Sonnenschein, feinem Sand und schönen Ausblicken über die Bucht verbrachten wir mehrere entspannte Stunden am Strand. Währenddessen lag die Azamara Quest gut sichtbar vor der Küste vor Anker. Nach einem erholsamen Strandtag kehrten wir schließlich mit dem Tenderboot zum Schiff zurück.
An Bord liefen bereits die Vorbereitungen für die legendäre White Night auf Hochtouren. Die Crew hatte auf Deck 9 und 10 elegante weiße Tische aufgebaut und damit eine stilvolle und einladende Atmosphäre geschaffen. Während des Sail-Away wurde die Verwandlung immer deutlicher sichtbar. Nach und nach versammelten sich die in Weiß gekleideten Gäste an Deck, während das Küchenteam im Bereich des Patio Restaurants auf Deck 9 ein beeindruckendes Open-Air-Buffet vorbereitete. Mit dem Sonnenuntergang begann schließlich das Fest. Frisch gegrillte Spezialitäten und ein opulentes Buffet mit zahlreichen Köstlichkeiten warteten auf die Gäste. Ein besonderes Highlight war die Dessertstation, an der der Hotel Director und der Food & Beverage Manager persönlich Crêpes Suzette frisch zubereiteten. Die Kombination aus ausgezeichnetem Essen, Live-Unterhaltung und angenehm warmen Abendtemperaturen sorgte für eine festliche Atmosphäre, während wir unter freiem Himmel speisten.
Drei Seetage: Unterwegs durch den Südatlantik
Nach unserer Abfahrt aus Uruguay nahm die Azamara Quest Kurs auf die Falklandinseln. Mit drei aufeinanderfolgenden Seetagen vor uns, stellte sich schnell ein angenehmer Rhythmus ein, die zahlreichen Annehmlichkeiten und Angebote des Schiffes zu genießen. Gerade an diesen Tagen zeigte sich die Boutique-Größe der Azamara Quest von ihrer besten Seite. Selbst in den beliebtesten Bereichen wirkte das Schiff nie überlaufen und es war jederzeit leicht, einen ruhigen Platz zum Entspannen zu finden.
Unsere Morgen begannen im Mosaic Café auf Deck 5. Mit einem Iced Coffee in der Hand beobachteten wir durch die großen Panoramafenster den vorbeiziehenden Südatlantik. Sobald das Wetter mitspielte, verlagerte sich das Leben an den Pool auf Deck 9. Zum Mittagessen zog es uns häufig ins The Patio, das ungezwungene Poolrestaurant der Azamara Quest. Die Speisen werden hier frisch zubereitet, direkt am Tisch serviert und unterscheiden sich dadurch deutlich vom klassischen Poolgrill. Natürlich durfte auch ein Besuch bei Swirl & Top nicht fehlen. Direkt neben dem Patio gelegen, gibt es hier Frozen Yogurt mit einer großen Auswahl an Toppings.
An einem der Seetage nahmen alle Gäste am verpflichtenden Antarktis-Briefing teil, das gemäß den Vorgaben der IAATO durchgeführt wurde. Dabei erhielten wir wichtige Informationen zu Umweltschutzrichtlinien, Sicherheitsmaßnahmen und den besonderen Anforderungen beim Besuch einer der abgelegensten und zugleich am strengsten geschützten Regionen der Welt.
An einem weiteren Nachmittag stand ein Food & Wine Tasting auf dem Programm, das vom Sommelier des Schiffes geleitet wurde. In der interaktiven Verkostung erfuhren wir, wie unterschiedlich Weine die Wahrnehmung von Aromen beeinflussen können – von klassischen Kombinationen bis hin zu überraschenden Geschmackserlebnissen.
Eines Abends begrüßten Captain Divo und seine leitenden Offiziere die Gäste bei der traditionellen Captain’s Welcome Reception. Gemeinsam wurde auf die Southern Quest-Reise und die bevorstehenden Abenteuer angestoßen.
Zwei Abende verbrachten wir im Discoveries Restaurant, während wir an einem weiteren Abend das Windows Café besuchten, das Buffetrestaurant der Azamara Quest auf Deck 9. Die Themenabende wechseln hier regelmäßig. An diesem Abend stand „Taste of Asia“ auf dem Programm, mit frisch zubereitetem Sushi und einer Vielzahl asiatisch inspirierter Gerichte.
Mit jedem Tag wurden die Sonnenuntergänge mehr und mehr zu einem festen Ritual. Von der Sunset Bar am Heck des Schiffes beobachteten wir, wie die Sonne langsam Richtung Horizont sank und den Südatlantik in intensive Orangetöne tauchte. Sonnenuntergänge auf See haben einfach ihren ganz eigenen Zauber.
Neumayer Channel
Gentoo Penguins
Humpback whale
Falklandinseln: Ein Strandtag mit Königspinguinen
Bereits bei Sonnenaufgang erreichten wir die Falklandinseln. Die ruhige Morgenstimmung nutzten wir für ein Frühstück auf unserem eigenen Balkon. Die Vorbestellung des Room Service am Vorabend erwies sich als perfekte Entscheidung, denn so konnten wir die raue Küstenlandschaft ganz entspannt von unserer Verandakabine aus genießen. Der Zimmerservice steht an Bord der Azamara Quest rund um die Uhr kostenfrei zur Verfügung und ist eine besonders komfortable Möglichkeit, in den Tag zu starten. Kurz nach unserer Ankunft ging es per Tenderboot nach Port Stanley, der Hauptstadt der Falklandinseln mit rund 3.000 Einwohnern.
Heute nahmen wir an einem von Azamara organisierten Landausflug nach Volunteer Point teil, der größten Königspinguinkolonie der Falklandinseln. Schon die Anreise war ein Abenteuer. In geländegängigen 4×4-Fahrzeugen fuhren wir durch die raue Inselwelt, vorbei an Moorlandschaften, sanften Grasflächen und historischen Schauplätzen des Falklandkriegs von 1982. Unterwegs berichtete unser Guide über die Geschichte, Tierwelt und Geologie der Inseln. Die Landschaft wirkte nahezu unberührt und unterstrich die besondere Abgeschiedenheit dieses Ortes. Nach einer holprigen, aber landschaftlich reizvollen Fahrt erreichten wir Volunteer Point. Der Ort liegt an einem weißen Sandstrand, der von einer türkisfarbenen Lagune eingerahmt wird. Schon beim Aussteigen kamen die ersten Königspinguine in Sicht. Mit einer Körpergröße von fast einem Meter zählen sie zu der zweitgrößten Pinguinart der Welt. Während unseres Besuchs konnten wir sowohl ausgewachsene Tiere als auch ihre flauschigen Jungtiere beobachten. Es war faszinierend, ihnen beim Watscheln über den Strand, beim Sprung ins Wasser und bei der Versorgung ihres Nachwuchses zuzusehen. Dank streng geregelter Besucherauflagen konnten wir die Kolonie aus respektvollem Abstand beobachten und hatten dennoch hervorragende Sicht- und Fotomöglichkeiten. Die Zeit zwischen den Königspinguinen in ihrem geschützten Brutgebiet war zweifellos eines der unvergesslichsten Erlebnisse der gesamten Reise. Genau solche Momente zeigen eine der großen Stärken von Azamara: Zugang zu außergewöhnlichen Reisezielen und besonderen Tierbeobachtungen, die individuell nur schwer zu organisieren wären.
Nach rund zwei Stunden in Volunteer Point machten wir uns auf den Rückweg. Zurück in Port Stanley schlenderten wir noch über die Hauptstraße, bevor wir mit dem Tenderboot zur Azamara Quest zurückkehrten.
Nach dem Auslaufen waren wir zu einem Hosted Dinner mit dem Staff Captain und dem Safety Officer eingeladen. Bei einem gemeinsamen Abendessen erhielten wir spannende Einblicke hinter die Kulissen des Schiffsbetriebs, in den täglichen Ablauf an Bord und in die besonderen Herausforderungen der Navigation in entlegenen Regionen. Das verlieh der Reise eine zusätzliche Perspektive.
Admiralty Bay
Admiralty Bay
Seetag: Überraschend ruhige Bedingungen in der Drakestraße
Nach unserer Abfahrt von den Falklandinseln nahm die Azamara Quest Kurs auf die Antarktis. Vor uns lag eine der berühmtesten Wasserstraßen der Welt: die Drake-Passage.
Zwischen Feuerland und der Antarktischen Halbinsel gelegen, ist die Drakestraße für ihr wechselhaftes Wetter und oftmals anspruchsvolle Seebedingungen bekannt. Viele Reisende begegnen der Überquerung mit einer Mischung aus Vorfreude und Respekt, denn hohe Wellen und stürmische Bedingungen sind hier keine Seltenheit.
Der Tag begann mit dem Quest Brunch im Discoveries Restaurant. Dieses Brunch-Konzept verbindet Frühstück und Mittagessen miteinander und bietet sowohl klassische Frühstücksspezialitäten als auch herzhaftere Gerichte. Begleitet von den Klängen des Quest Orchestra war es die perfekte Gelegenheit, entspannt in den Tag zu starten.
Den Rest des Tages verbrachten wir in den öffentlichen Bereichen des Schiffes und beobachteten die scheinbar endlose Weite der Drakestraße. Da sie sich überraschend ruhig zeigte und das Schiff nur sanft bewegte, entwickelte sich die Überquerung deutlich angenehmer als erwartet. Gleichzeitig stieg mit jeder Stunde die Vorfreude auf die Antarktis.
Erste Eisberge und der Weiße Kontinent
Gegen Mittag kam die Westspitze von King George Island in Sicht und damit unser erster Blick auf den Weißen Kontinent. Die Insel gehört zu den Südlichen Shetlandinseln, gilt als eines der Tore zur Antarktis und beherbergt mehrere internationale Forschungsstationen. Bis übermorgen würde die Azamara Quest die Antarktis ausschließlich im Rahmen von Scenic Cruising erkunden. Dieses Konzept ermöglicht es, die außergewöhnlichen Landschaften und die Tierwelt der Region zu erleben, ohne an Land zu gehen und dabei die Auswirkungen auf die empfindliche Umwelt so gering wie möglich zu halten. Als wir ein ausgewiesenes Walschutzgebiet erreichten, reduzierte das Schiff entsprechend der antarktischen Vorschriften seine Geschwindigkeit.
Am Nachmittag passierten wir südlich von King George Island die kleine Penguin Island. Anschließend lief die Azamara Quest in die Admiralty Bay ein, eines der bedeutendsten Forschungsgebiete der Antarktis. Umgeben von Berggipfeln, Gletschern und unberührter Wildnis dient die Bucht als Standort mehrerer internationaler Forschungsstationen, die sich unter anderem mit Klimawandel, Tierwelt und dem antarktischen Ökosystem beschäftigen. Rund zwei Stunden lang kreuzten wir mit etwa sechs Knoten durch die Bucht, bevor wir Kurs Bransfieldstraße nahmen.
Azamara Quest Bridge
Deception Island
Fahren durch die eisigen Wunder der Antarktis
Während der Nacht hatte die Azamara Quest die Gerlache-Straße erreicht, die zwischen der Antarktischen Halbinsel und den vorgelagerten Inseln des Palmer-Archipels verläuft. Als ich an diesem Morgen den Vorhang öffnete, wirkte die Szenerie beinahe surreal. Hinter dem Balkon erstreckte sich die antarktische Landschaft bis zum Horizont, während die aufgehende Sonne die schneebedeckten Berge in ein sanftes goldenes Licht tauchte.
Am Vormittag wurde ich von Kapitän Divo zu einem exklusiven Besuch auf der Brücke eingeladen, während die Azamara Quest weiter südwärts durch die Gerlache-Straße fuhr. Hierbei konnte ich die präzise Navigation beobachten, die in diesen Gewässern erforderlich ist. Die nach dem belgischen Polarforscher Adrien de Gerlache benannte Meerenge ist von gewaltigen Gletschern und beeindruckenden Eisformationen umgeben. Während wir durch die Eiswelt glitten, tauchten immer wieder Eselspinguine direkt neben dem Schiff auf. Erkennbar an dem markanten weißen Streifen über den Augen und ihren leuchtend orangefarbenen Schnäbeln zählen sie zu den schnellsten Pinguinarten der Welt. Wir beobachteten, wie sie aus dem Wasser schossen und mit erstaunlicher Geschwindigkeit über die Oberfläche schwammen. Dank des kristallklaren Wassers konnten wir ihre Bewegungen oft sogar unter der Oberfläche verfolgen.
Nach einem kurzen Mittagessen näherten wir uns der schmalen Einfahrt zum Neumayer-Kanal. Die 26 Kilometer lange Wasserstraße schlängelt sich durch den Palmer-Archipel und trennt Anvers Island von Wiencke und Doumer Island. Mit seinem charakteristischen S-förmigen Verlauf gilt der Kanal als eine der spektakulärsten Passagen der Antarktis. Während wir langsam hindurchfuhren, schien das Eis immer näher zu rücken und auf beiden Seiten trieben Eisschollen vorbei. Auf einigen davon entdeckten wir Robben, die friedlich in der Sonne ruhten. Besonders unterhaltsam waren jedoch die Eselspinguine, die über die Eisschollen watschelten, zum Rand liefen und sich kopfüber ins Wasser stürzten. Immer wieder tauchten Buckelwale auf, deren kräftige Blasfontänen weithin sichtbar waren, bevor sie ihren Rücken elegant krümmten und die Fluke aus dem Wasser hoben. Während unseres gesamten Aufenthalts in der Antarktis begleiteten uns erfahrene Expeditionsexperten an Bord. Sie halfen dabei, Tiere zu entdecken, erklärten die Besonderheiten des empfindlichen Ökosystems und lieferten wertvolle Hintergrundinformationen zu den zahlreichen Sichtungen vor der beeindruckenden Kulisse des Weißen Kontinents. Kurz nachdem wir den Neumayer-Kanal verlassen hatten, erreichten wir mit 65 Grad südlicher Breite den südlichsten Punkt unserer Reise. Anschließend drehte das Schiff um und setzte seine Fahrt entlang der gegenüberliegenden Seite von Wiencke Island in Richtung Paradise Bay fort. Die rund 26 Kilometer lange Insel ist größtenteils von Gletschern und Schneefeldern bedeckt und wurde nach Carl August Wiencke benannt, einem norwegischen Seemann, der während der Belgischen Antarktis-Expedition von Adrien de Gerlache im Jahr 1898 ums Leben kam.
Am frühen Abend lief die Azamara Quest langsam in die Paradise Bay ein und kam schließlich vollständig zum Stillstand. Geschützt von den umliegenden Bergen und Gletschern bietet die Bucht ideale Bedingungen zur Tierbeobachtung und bescherte uns die besten Walsichtungen der gesamten Reise. Über eine Stunde lang verharrten wir an Ort und Stelle, während sich rund um das Schiff außergewöhnlich viel Leben zeigte. Buckelwale tauchten immer wieder auf und wir konnten ihre Flossen und Fluken beobachten, bevor sie erneut in den Tiefen verschwanden. Zwischendurch erschien sogar eine Gruppe Orcas. Schließlich setzte die Azamara Quest ihre Fahrt fort und ließ die Paradise Bay hinter sich, während das Licht des Tages langsam verblasste.
Deception Island und Abschied von der Antarktis
Als ich bei Sonnenaufgang die Vorhänge öffnete, waren bereits die ersten Buckelwale am Horizont zu sehen. Mehrere ausgewachsene Tiere tauchten auf, darunter sogar ein Kalb. Während des antarktischen Sommers ziehen Buckelwale in diese nährstoffreichen Gewässer, um sich von den gewaltigen Krillvorkommen zu ernähren.
Heute näherte sich die Azamara Quest Deception Island, einer Insel der Südlichen Shetlandinseln vor der Nordwestspitze der Antarktischen Halbinsel. Die Insel ist die überflutete Caldera eines aktiven Vulkans, die entstand, als der Vulkan nach einer gewaltigen Eruption in sich zusammenfiel. Das Meer gelangt heute durch eine schmale Öffnung namens Neptune’s Bellows in den natürlichen Hafen der Insel. Aufgrund ihrer Größe konnte die Azamara Quest die Caldera nicht befahren. Stattdessen näherte sich das Schiff vorsichtig Neptune’s Bellows und führte eine vollständige 360-Grad-Drehung durch, sodass alle Gäste die Landschaft aus jeder Perspektive genießen konnten. Deception Island beherbergt eine der größten Kehlstreifpinguin-Kolonien der Antarktis. Es war faszinierend, die Pinguine sowohl entlang der Küste als auch im Wasser zu beobachten. Über uns segelten Seevögel im kräftigen antarktischen Wind. Zudem dient die Insel als wichtiger Brutplatz für Arten wie Raubmöwen, Riesensturmvögel, Kormorane und Seetangmöwen. Dann war der Moment gekommen, die Antarktis hinter uns zu lassen. Während wir langsam nach Norden in Richtung Drake-Passage drehten, versammelten sich zahlreiche Gäste an Deck für einen letzten Blick auf den Weißen Kontinent. Ohne permanente einheimische Bevölkerung und geschützt durch strenge internationale Umweltauflagen gehört die Antarktis zu den am sorgfältigsten geschützten Regionen unseres Planeten und bietet einen seltenen Einblick in eine Natur, die in dieser Dimension andernorts kaum noch existiert.
Am Abend war das Spezialitätenrestaurant Aqualina für „An Intimate Evening“ umgestaltet worden, ein besonderes Dinner-Erlebnis, das gehobene Küche mit Live-Musik kombinierte. Jeder Gang wurde vom Executive Chef persönlich vorgestellt, der Einblicke in die Komposition und Zubereitung der Speisen gab. Die passenden Weinbegleitungen präsentierte der Sommelier des Schiffes. Begleitet wurde der Abend von Live-Musikern, deren Darbietungen die Atmosphäre perfekt ergänzten. Durch die bodentiefen Fenster auf Deck 10 konnten wir dabei die Drakestraße beobachten. Der Wind hatte inzwischen deutlich zugenommen, doch unter einem wolkenlosen Himmel sank die Sonne langsam direkt ins Meer.
Seetag: Nordwärts durch die Drakestraße
Am nächsten Morgen zeigte sich die Drake-Passage von ihrer berühmten Seite. Vorbei waren die ruhigen Bedingungen unserer südgehenden Überquerung. Stattdessen wachten wir bei rollender See, starkem Wind, Regen und tiefhängenden Wolken auf, die sich bis zum Horizont erstreckten. Benannt nach dem englischen Entdecker Sir Francis Drake, der 1578 südlich von Kap Hoorn abgetrieben wurde, bildet die Drakestraße die natürliche Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik. Da keine größeren Landmassen den Wasser- und Luftströmungen Einhalt gebieten, entstehen hier einige der anspruchsvollsten Seebedingungen der Welt.
Kapitän Divo informierte darüber, dass in den kommenden Stunden Windgeschwindigkeiten von bis zu 60 Meilen pro Stunde sowie Wellenhöhen von etwa fünf Metern erwartet würden. Über Lautsprecherdurchsagen wurden die Gäste gebeten, nach Möglichkeit die Aufzüge statt der Treppen zu nutzen und sich vorsichtig an Bord zu bewegen. Dabei erinnerte Kapitän Divo an eine der bekanntesten Regeln der Seefahrt: „Eine Hand für dich und eine für das Schiff“. Wir machten es uns in unserer Verandakabine gemütlich und beobachteten die vorbeiziehenden Wellen durch die Balkontür. Die Bewegungen des Schiffes waren durchaus spürbar, doch die Azamara Quest meisterte die Bedingungen bemerkenswert souverän. Unsere Kabine mittschiffs erwies sich nun als echter Vorteil, da dieser Bereich des Schiffes deutlich weniger Bewegungen ausgesetzt ist als Kabinen im Bug- oder Heckbereich.
Gegen Abend klarte der Himmel allmählich auf, bevor die Dunkelheit über der Drake-Passage hereinbrach und wir unsere Fahrt in Richtung Südamerika fortsetzten.
Ushuaia
Ushuaia
Ushuaia: Am Ende der Welt
Bei Sonnenaufgang erreichten wir Ushuaia. Schneebedeckte Berge umrahmten die Stadt, während die ersten Sonnenstrahlen die Gipfel hinter dem Hafen in warmes Licht tauchten. Ushuaia liegt am Beagle-Kanal, gilt als südlichste Stadt der Welt und dient zugleich als Tor zur Antarktis. Für die Azamara Quest war dieser Tag zugleich ein Wechselhafen. Die Southern Quest-Reise konnte entweder als zwei separate Kreuzfahrten oder als durchgehende 22-Nächte-Kreuzfahrt gebucht werden. Wir blieben für die gesamte Reise von Buenos Aires bis San Antonio an Bord.
Heute stand ein Ausflug in den Nationalpark Tierra del Fuego auf dem Programm. Das geschützte Naturgebiet am südlichen Ende Südamerikas umfasst mehr als 63000 Hektar und ist bekannt für seine abwechslungsreichen Landschaften mit dichten Wäldern, Bergen und Küstenabschnitten, die über Jahrtausende von Gletschern geformt wurden. Unser erster Halt war Ensenada Zaratiegui, eine malerische Bucht mit Blick auf den Beagle-Kanal. Hier befand sich einst das südlichste Postamt Argentiniens, von dem Besucher Postkarten vom „Ende der Welt“ verschicken konnten. Auch wenn das Postamt heute nicht mehr in Betrieb ist, zählt der Ort weiterhin zu den schönsten Aussichtspunkten des Nationalparks. Anschließend fuhren wir zur Lapataia-Bucht. Dort befindet sich das berühmte Schild „Fin del Mundo“, das das südliche Ende der Ruta 3 markiert. Die Straße ist Teil des Panamericana-Straßennetzes, das sich von Alaska bis nach Feuerland erstreckt. Umgeben von Bergen, Wäldern und glasklaren Gewässern wurde schnell deutlich, warum dieser Ort für viele Besucher ein absolutes Pflichtfoto ist. Nicht weit entfernt entdeckten wir zudem einen Chimango-Karakara, einen in Südamerika heimischen Greifvogel, der für eine willkommene Tierbeobachtung sorgte. Unser nächster Stopp war das Besucherzentrum Alakush, dessen Ausstellungen spannende Einblicke in das einzigartige Ökosystem der Region sowie die Geschichte der indigenen Bevölkerung vermitteln. Danach ging es weiter zum Lago Roca, einem Gletschersee nahe der Grenze zwischen Argentinien und Chile. Kurz darauf folgte das Highlight des Tages: eine Fahrt mit dem berühmten Tren del Fin del Mundo, dem „Zug ans Ende der Welt“. Die historische Bahn gilt als südlichste Eisenbahnstrecke der Erde und folgt teilweise jener Route, die einst von Gefangenen der ehemaligen Strafkolonie Ushuaias genutzt wurde. Heute führt die Strecke durch Wälder, Torfmoore und Flusstäler und vermittelt gleichzeitig Einblicke in die Geschichte der Region. Während der Zug durch die raue Landschaft rollte und dabei den Río Pipo sowie den Wasserfall Cascada Macarena passierte, fühlte es sich an, als würde man in eine andere Zeit eintauchen.
Zurück in Ushuaia spazierten wir entlang der Uferpromenade zum Ushuaia-Schriftzug und zum Schiffswrack der Saint Christopher. Anschließend schlenderten wir über die Avenida San Martín, die Hauptstraße der Stadt mit ihren Geschäften, Restaurants und Bars. Als sich der Tag dem Ende neigte, tauchte die untergehende Sonne die umliegenden Berge in warmes Licht, bevor über dem Beagle-Kanal die Blaue Stunde begann. Da die Azamara Quest über Nacht im Hafen blieb, bestand keinerlei Eile, zum Schiff zurückzukehren. So konnten wir die besondere Atmosphäre der südlichsten Stadt der Welt noch etwas länger genießen.
End of the World Train
Chimango Caracara
Fahren durch den Beagle-Kanal
Als die Azamara Quest am nächsten Morgen Ushuaia verließ, begann die Fahrt westwärts durch den Beagle-Kanal. Der Kanal ist nach der HMS Beagle benannt, dem britischen Vermessungsschiff, das diese Gewässer erforschte und kartografierte. Bis heute ist er eng mit Charles Darwin verbunden, der während der berühmten wissenschaftlichen Forschungsreise des Schiffes an Bord war. Mit einer Länge von mehr als 240 Kilometern bildet der Beagle-Kanal eine natürliche Wasserstraße zwischen Argentinien und Chile und verbindet über das komplexe Netz aus Kanälen und Fjorden an der Südspitze Südamerikas Atlantik und Pazifik miteinander. Die schmale Wasserstraße wurde während der letzten Eiszeit von gewaltigen Gletschern geformt. Den gesamten Tag über boten sich auf beiden Seiten des Schiffes spektakuläre Ausblicke: Schneebedeckte Berggipfel ragten über dichten Wäldern auf, Gletscher klammerten sich an die Berghänge und zahllose Wasserfälle stürzten in die darunterliegenden Gewässer.
Über Nacht führte uns die Route schließlich in chilenische Gewässer, während wir unseren Kurs nordwärts in Richtung Punta Arenas fortsetzten.
Punta Arenas: Tor zur Magellanstraße
Nach unserer Ankunft in Punta Arenas am Morgen hatten wir ursprünglich einen Ausflug zur Isla Magdalena geplant, die für ihre große Kolonie von Magellan-Pinguinen bekannt ist. Leider wurde die Tour kurzfristig wetterbedingt abgesagt, sodass wir uns entschieden, stattdessen Punta Arenas auf eigene Faust zu erkunden. Die Stadt liegt direkt an der Magellanstraße und verdankt einen Großteil ihrer Geschichte ihrer strategischen Lage an einer der berühmtesten Wasserstraßen der Welt.
Der Kreuzfahrthafen befindet sich praktischerweise direkt im Stadtzentrum, sodass sich Punta Arenas hervorragend zu Fuß erkunden lässt. Unser Weg führte uns zunächst über die Calle Bories, die wichtigste Geschäftsstraße der Stadt, zur Plaza de Armas. Im Zentrum des Platzes steht das Ferdinand-Magellan-Denkmal. Es erinnert an den portugiesischen Entdecker, dessen Expedition die erste Weltumsegelung vollendete und der der Magellanstraße ihren Namen gab. Einer lokalen Legende zufolge soll das Küssen des Fußes der Statue eine Rückkehr nach Punta Arenas garantieren. Von dort ging es bergauf zum Mirador Cerro de la Cruz. Der Aussichtspunkt bietet den schönsten Panoramablick über die Stadt mit ihren bunten Dächern und den dahinterliegenden Gewässern der Magellanstraße.
Anschließend führte uns ein Spaziergang entlang der Avenida Bulnes zu einem weiteren Wahrzeichen der Stadt: El Ovejero, dem Hirten-Denkmal. Die Skulptur würdigt die Schafzüchter, deren Arbeit Wirtschaft und Identität Patagoniens über Generationen hinweg geprägt hat. Bis heute spielt die Schafzucht im Süden Chiles eine bedeutende Rolle. Unser letzter Stopp war der Cementerio Municipal. Er gilt als einer der schönsten Friedhöfe Südamerikas. Seine von Bäumen gesäumten Alleen, eleganten Mausoleen und kunstvollen Denkmäler vermitteln eher den Eindruck eines historischen Parks als eines klassischen Friedhofs. Am Abend kehrten wir zum Schiff zurück und kurze Zeit später hieß es bereits wieder Leinen los.
Später konnte ich der Versuchung der Bordshops nicht widerstehen und natürlich ergänzte ein Modell der Azamara Quest meine stetig wachsende Sammlung.
Tierra del Fuego National Park
Beagle Channel
Orca
Fahren durch die chilenischen Fjorde
Die nächsten beiden Tage führten uns durch ein faszinierendes Labyrinth aus Fjorden, schmalen Kanälen, Inseln und Meeresarmen, die über Jahrtausende von Gletschern geformt wurden. Große Teile dieser Wildnis sind bis heute auf dem Landweg nicht erreichbar, sodass eine Kreuzfahrt zu den wenigen Möglichkeiten gehört, diese Landschaften überhaupt zu erleben. Die Kulisse veränderte sich dabei ständig. Schneebedeckte Berge erhoben sich direkt aus dem Wasser, Wasserfälle stürzten über steile Felswände und dichte Wälder bedeckten die unteren Hänge. Auch die Tierwelt war ein ständiger Begleiter. Immer wieder erschienen Delfine neben dem Schiff.
Ein besonderer Moment erwartete uns beim Übergang vom Sarmiento-Kanal in den Peel-Fjord. Als wir uns dem Amalia-Gletscher am Ende des Fjords näherten, erschien ein Regenbogen direkt über dem Eis und sorgte für einen perfekten Willkommensgruß. Langsam näherte sich das Schiff dem Gletscher, bevor es eine vollständige 360-Grad-Drehung vollführte, damit alle Gäste die bestmögliche Aussicht auf die gewaltige Wand aus blauem Eis genießen konnten. Der Amalia-Gletscher wird vom Südpatagonischen Eisfeld gespeist, der drittgrößten zusammenhängenden Eismasse der Erde nach der Antarktis und Grönland.
Ein weiteres Highlight folgte im Falloskanal entlang der abgelegenen Küste des Kawésqar-Nationalreservats. Das Schutzgebiet ist nach den indigenen Kawésqar benannt, die diese Gewässer über Jahrtausende mit ihren Kanus befuhren. Das Wasser war außergewöhnlich ruhig und spiegelte die umliegende Landschaft nahezu perfekt wider, sodass die Grenze zwischen Wasser und Himmel zeitweise zu verschwimmen schien.
Abseits der landschaftlichen Höhepunkte bestand einer der größten Reize dieser beiden Tage darin, einfach Zeit an Deck zu verbringen. Häufig zog es uns auf Deck 9 oder 10 – sei es für einen Spaziergang auf der Joggingstrecke oder um, in eine Decke eingekuschelt, auf einer der Liegen die vorbeiziehende Landschaft zu genießen. Mit den langsam steigenden Temperaturen wurde dies zum perfekten Ort, um die ständig wechselnden Ausblicke auf sich wirken zu lassen. Für zusätzliche Entspannung bietet die Azamara Quest verschiedene Wellness-Behandlungen an. Das Sanctum Spa auf Deck 9 ist ein ruhiger Rückzugsort, in dem Gäste Anwendungen zur Erholung von Körper und Geist genießen können. Zur Ausstattung gehören ein Dampfbad, Duschen mit Massagedüsen sowie die Sanctum Terrace mit bequemen Liegen und einem Thalasso-Therapiepool.
Am späten Nachmittag des zweiten Tages ließen wir die geschützten Fjorde allmählich hinter uns und erreichten die offenen Gewässer des Südpazifiks, während in der Ferne Buckelwale auftauchten. In der Nacht setzten wir unsere Fahrt nach Norden fort, bevor wir auf dem Weg zu unserem nächsten Hafen erneut in das verzweigte Netz der patagonischen Wasserwege einfuhren.
Fallos Channel
Punta Arenas
Puerto Chacabuco: Besuch des Río-Simpson-Nationalreservats
Als wir am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang in Puerto Chacabuco ankamen, hingen noch Nebelschwaden zwischen den Bergen. Kurz nach dem Frühstück brachte uns ein Tenderboot an Land. Der kleine Hafen liegt in der Region Aysén und gilt als Tor zu einer der am dünnsten besiedelten und ursprünglichsten Regionen Chiles.
Heute nahmen wir an einem von Azamara angebotenen Landausflug in das Río-Simpson-Nationalreservat teil, der uns über einen Abschnitt der berühmten Carretera Austral führte. Die mehr als 1200 Kilometer lange Straße erschloss Regionen, die früher nur schwer erreichbar waren. Zunächst führte uns die Route durch die Stadt Aysén und bot einen Einblick in den Alltag dieser abgelegenen Gegend. Wenig später legten wir einen Stopp an der Presidente-Ibáñez-Brücke ein, der längsten Hängebrücke Chiles. Anschließend ging es weiter in das Río-Simpson-Nationalreservat. Dort verließen wir den Bus und erkundeten die Umgebung zu Fuß. Während unseres Spaziergangs entlang des Flusses erzählte unser Guide Wissenswertes über die Flora, Fauna und Geschichte der Region und ließ die Landschaft dadurch lebendig werden. Das Reservat schützt zahlreiche endemische Pflanzenarten und bietet wichtigen Lebensraum für die heimische Tierwelt. Auch das Besucherzentrum des Parks besuchten wir, wo verschiedene Ausstellungen zusätzliche Einblicke in diese Region Patagoniens vermittelten. Ausflüge wie dieser zeigen, dass Azamaras Touren oft weit über die bekannten Sehenswürdigkeiten hinausgehen und Zugang zu versteckten Orten ermöglichen, die man auf eigene Faust nur schwer entdecken würde.
Auf dem Rückweg nach Puerto Chacabuco machten wir noch Halt an der Cascada La Virgen, einem Wasserfall am Straßenrand, der nach einem nahegelegenen Marienheiligtum benannt wurde. Zurück am Pier brachte uns ein Tenderboot wieder zur Azamara Quest. Vor dem Auslaufen wurden wir beide von Captain Divo auf die Brücke eingeladen, eine seltene Gelegenheit, hinter die Kulissen zu blicken und die Zusammenarbeit von Kapitän und Crew während der Auslaufvorbereitungen aus nächster Nähe zu erleben. Kurz darauf fuhren wir in den rund 70 Kilometer langen Aysén-Fjord ein, der die Region Aysén mit dem weit verzweigten Netz aus Kanälen und Wasserwegen Richtung Pazifik verbindet.
Am Abend genossen wir ein Abendessen im Prime C, eines von Azamaras Spezialitätenrestaurants auf Deck 10 am Heck. Das Restaurant ist auf hochwertige Steaks, Meeresfrüchte und klassische Steakhouse-Gerichte spezialisiert und bietet eine besonders intime Atmosphäre. Große Panoramafenster eröffneten freie Sicht auf die vorbeiziehende Landschaft, während die Sonne langsam hinter dem Fjord verschwand. Zu den bekanntesten Gerichten zählt das Chateaubriand für zwei Personen – ein besonders dick geschnittenes Stück Rinderfilet, das direkt am Tisch präsentiert, tranchiert und serviert wird.
Castro: Unterwegs auf der Insel Chiloé
Während der Nacht hatte die Azamara Quest ihre Reise nach Norden fortgesetzt und erreichte die Insel Chiloé, die nach Feuerland als zweitgrößte Insel Südamerikas gilt. Vor Castro gingen wir vor Anker, sodass erneut ein Tenderboot für den Landgang erforderlich war.
Heute waren wir auf eigene Faust unterwegs. Unser erstes Ziel waren die berühmten Palafitos, von denen einige bereits während der Tenderfahrt sichtbar gewesen waren. Die bunten Häuser auf Stelzen entlang der Uferpromenade von Gamboa wurden ursprünglich gebaut, um die starken Gezeitenunterschiede der Region auszugleichen. Von dort aus gingen wir ins Zentrum von Castro zur Iglesia San Francisco. Die 1912 fertiggestellte Kirche besteht überwiegend aus heimischen Hölzern und gehört zu den UNESCO-Welterbe-Kirchen von Chiloé, einer einzigartigen Sammlung von Holzkirchen, die europäische Einflüsse mit lokalen Bautraditionen verbindet. Während unseres Spaziergangs durch Castro wurde dieser Teil des kulturellen Erbes der Insel immer sichtbarer. Überall in der Stadt entdeckten wir kunstvoll geschnitzte Holzfiguren, die an die lange Tradition der Holzschnitzerei auf Chiloé erinnern. Nach mehreren Stunden in Castro war es Zeit, per Tenderboot zur Azamara Quest zurückzukehren.
An Bord liefen bereits die Vorbereitungen für Azamara’s White Night. Da die Southern Quest Voyage auch in zwei Teilstrecken gebucht werden konnte, hatten Gäste auf dieser Reise die Möglichkeit, eine zweite White Night zu erleben. Kurz nach dem Auslaufen aus Castro begannen die Feierlichkeiten auf dem Pooldeck. Nach dem Abendessen versammelten sich die Gäste an Deck, während die Crew-Parade startete. Crewmitglieder aus aller Welt trugen die Flaggen ihrer Heimatländer rund um den Pool und wurden von den Gästen begeistert gefeiert. Die Parade verdeutlichte eindrucksvoll die internationale Zusammensetzung des Teams, dessen Engagement maßgeblich zum besonderen Erlebnis an Bord beiträgt. Mit Einbruch der Dunkelheit verwandelte sich die White Night in das legendäre Fest, für das sie in der gesamten Azamara-Flotte bekannt ist. Live-Musik erfüllte das Pooldeck, Gäste tanzten unter dem Sternenhimmel und genossen die ausgelassene Atmosphäre bis spät in die Nacht.
Azamara Quest in Puerto Chacabuco
Castro
Castro Palafitos
Puerto Montt: Osorno Volcano, Petrohué-Wasserfälle & Puerto Varas
Früh am Morgen erreichten wir Puerto Montt, das als Tor zur chilenischen Seenregion gilt, einer Gegend, die für ihre üppige Natur und hohen Niederschlagsmengen bekannt ist. Passend dazu zeigte sich das Wetter von seiner typischen Seite: Regen!
Nach einer weiteren Tenderfahrt an Land nahmen wir an einem ganztägigen Azamara-Ausflug teil. Die landschaftlich reizvolle Fahrt führte zunächst durch die Umgebung von Puerto Montt in Richtung Vulkan Osorno. Mit seinen 2652 Metern Höhe wird er aufgrund seiner nahezu perfekten Kegelform häufig mit Japans Fuji verglichen. Obwohl der Vulkan weiterhin als aktiv gilt, liegt sein letzter Ausbruch bereits im Jahr 1869 zurück. An klaren Tagen dominiert der Osorno die gesamte Region und ist schon aus großer Entfernung sichtbar. Leider spielte das Wetter nicht mit. Als wir den Aussichtspunkt La Burbuja auf etwa 1200 Metern Höhe erreichten, verhinderten Wolken, Regen und Nebel nahezu jeden Blick auf den Vulkan und in das Tal. Von dort ging es weiter zu den Petrohué-Wasserfällen. Die Kaskaden entstanden, als sich der Petrohué-Fluss seinen Weg durch erkaltete Lava früherer Ausbrüche des Vulkans Osorno bahnte. Die markante türkisfarbene Färbung des Wassers entsteht durch feine vulkanische Sedimente, die im Gletscherwasser schweben. Anschließend führte uns der Ausflug ins nahegelegene Puerto Varas. Die Stadt spiegelt bis heute den Einfluss deutscher Einwanderer wider, die sich im 19. Jahrhundert in der Region niederließen. Deutsche Architektur, traditionelle Holzhäuser und Bäckereien mit Kuchen und anderen vertrauten Spezialitäten prägen noch immer das Stadtbild. Dort wurde uns das Mittagessen in einem Restaurant mit Blick auf den Llanquihue-See serviert. Auf der Speisekarte standen regionale Spezialitäten wie Pisco Sour, Empanadas und natürlich Lachs. Kein Wunder, denn die Region gilt als Zentrum der chilenischen Lachsindustrie. Besonders Atlantischer Lachs, der ursprünglich im Nordatlantik beheimatet ist, wird heute in den kalten Pazifikgewässern und Fjorden Patagoniens in großem Umfang gezüchtet. Natürlich durfte auch ein Stück Kuchen als Nachtisch nicht fehlen. Danach blieb noch etwas Zeit, Puerto Varas auf eigene Faust zu erkunden. Wir nutzten die Stunde für einen Bummel durch die Geschäfte, bevor es mit dem Bus zurück nach Puerto Montt ging.
Nach der Tenderfahrt zurück zur Azamara Quest hieß es schon bald wieder Leinen los, während die Landschaften Südchiles langsam am Horizont verschwanden.
Letzter Seetag
Unser letzter Seetag begrüßte uns mit grauem Himmel, Wind und Regen. Nachdem wir die chilenischen Fjorde am Vorabend verlassen hatten, setzte die Azamara Quest ihre Reise nordwärts durch den Südpazifik fort. Das Wetter bot eine gute Gelegenheit, bereits mit dem Packen unserer Koffer zu beginnen, bevor wir am nächsten Tag San Antonio erreichen würden. Beim Packen wurde uns noch einmal bewusst, wie außergewöhnlich vielseitig diese Reise gewesen war. Während wir in Buenos Aires, Montevideo und Punta del Este Temperaturen von über 30 Grad genossen hatten, erwarteten uns in den chilenischen Fjorden deutlich kühlere Bedingungen und in der Antarktis eisige Winde bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt. Entsprechend reichte der Inhalt unserer Koffer von Sommerkleidung und Badebekleidung bis hin zu mehreren wärmenden Schichten und Skibekleidung. Danach wurde im Aqualina der kostenfreie High Tea serviert. Bei Tee, Sandwiches, Gebäck, Kuchen und frisch gebackenen Scones ließen wir den Nachmittag entspannt ausklingen.
Anschließend zog es uns in The Living Room auf Deck 10. Die bodentiefen Panoramafenster bieten einen herrlichen Blick auf das Meer. Bequeme Sitzgelegenheiten, eine Bar und ein Kartenspielraum machen den Bereich zu einem beliebten Rückzugsort, besonders wenn das Wetter die Außendecks weniger einladend erscheinen lässt.
Am Abend kehrten wir für unser Abendessen ins Aqualina zurück. Azamaras Spezialitätenrestaurant am Heck von Deck 10 konzentriert sich auf italienisch inspirierte Küche, ergänzt durch aufmerksamen Service und sorgfältig ausgewählte Weine. Wir genossen ein mehrgängiges Menü mit frischen Meeresfrüchten und hausgemachter Pasta. Zu den Gerichten gehörten unter anderem Carpaccio di Manzo, Caprese Classico und Gamberetti con Ravioli all’Aragosta. Während des Abendessens rissen die Wolken zunehmend auf und gaben den Blick auf ruhige See frei. Als das Tageslicht langsam verschwand, konnten wir ein letztes Mal die besondere Stimmung der blauen Stunde genießen.
San Antonio: Santiago de Chile and AzAmazing Evening
Kurz nach Sonnenaufgang näherte sich das Lotsenboot der Azamara Quest und wenig später erreichten wir San Antonio, wo das Schiff vor der Ausschiffung am folgenden Tag über Nacht liegen sollte.
Heute nahmen wir an Azamaras Ganztagesausflug nach Santiago de Chile teil. Die chilenische Hauptstadt liegt in einem weiten Tal und wird von den Anden eingerahmt. Die rund zweistündige Fahrt von San Antonio führte vorbei an Weinbergen, landwirtschaftlich genutzten Flächen und stetig wachsenden Vororten. In Santiago de Chile angekommen, spazierten wir vom La Moneda-Palast, dem Amtssitz des chilenischen Präsidenten, durch die historische Altstadt und passierten dabei die Börse von Santiago de Chile. Anschließend folgten wir der belebten Fußgängerzone Paseo Ahumada bis zur Plaza de Armas. Der Platz wurde gemeinsam mit der Stadt im Jahr 1541 gegründet und gilt als Chiles „Kilómetro Cero“, also jener Punkt, von dem aus Entfernungen im ganzen Land traditionell gemessen werden.
Direkt an der Plaza de Armas erhebt sich die Metropolitana-Kathedrale. Das heutige Bauwerk ist bereits die fünfte Kirche an diesem Standort, nachdem ihre Vorgänger durch Erdbeben, Brände und andere Naturereignisse zerstört worden waren. Ebenfalls kamen wir am Justizpalast vorbei, dem Sitz des Obersten Gerichtshofs Chiles, bevor wir etwas Freizeit erhielten, um die Umgebung auf eigene Faust zu erkunden. Beim anschließenden Mittagessen lernten wir weitere Facetten der chilenischen Küche kennen, begleitet von lokalem Wein und einem traditionellen Pisco Sour. Am Nachmittag besuchten wir Los Dominicos, ein traditionelles Kunsthandwerkerdorf neben der historischen Kirche San Vicente Ferrer. Die Ursprünge der Anlage reichen bis in die frühe Kolonialzeit Santiagos zurück. Heute befinden sich dort zahlreiche Werkstätten, in denen Kunsthandwerker weiterhin Textilien, Keramik, Holzarbeiten und Schmuck aus Lapislazuli herstellen – jenem Edelstein, für den Chile weltweit bekannt ist.
Am Abend kehrten wir nach San Antonio und zur Azamara Quest zurück. Es blieb gerade noch genügend Zeit für ein frühes Abendessen, bevor der AzAmazing Evening begann. Wie bereits bei der White Night konnten wir auch während dieser Reise einen zweiten AzAmazing Evening erleben, da die Southern Quest-Reise ebenfalls in zwei Teilabschnitten gebucht werden konnte. Diesmal fand die Veranstaltung im Club Santa María del Mar im nahegelegenen Santo Domingo statt. Zur Begrüßung erwarteten uns Reiter mit chilenischen Flaggen, die für einen traditionellen Empfang sorgten. Vor der Kulisse der Pazifikküste im Licht des Sonnenuntergangs verband die Aufführung Livemusik, traditionelle Tänze und kulturelle Erzählungen miteinander und vermittelte Einblicke in Geschichte, Kultur und Identität Chiles. Als der Abend langsam zu Ende ging, kehrten wir zum Pier zurück. Dort wurden wir bereits vom Quest Orchestra empfangen, das uns mit Livemusik und einem Glas Sekt wieder an Bord willkommen hieß.
Bevor wir uns für die Nacht zurückzogen, stand noch eine letzte Aufgabe an. Da wir unsere Koffer bereits am Vortag gepackt hatten, mussten wir sie lediglich vor die Kabinentür stellen, damit sie abgeholt werden konnten. Mit der Ausschiffung am nächsten Morgen vor Augen, war es Zeit, nach einem weiteren erlebnisreichen Tag, etwas Schlaf zu bekommen.
Petrohue Falls
Santiago de Chile
San Antonio: Ausschiffung von der Azamara Quest
Nach dem Frühstück genossen wir noch die letzten Augenblicke an Bord, bevor es Zeit wurde, Abschied von der Azamara Quest zu nehmen. Bereits im Voraus hatten wir den komfortablen Transfer von Azamara zwischen San Antonio und dem Flughafen von Santiago de Chile gebucht, der etwa zwei Stunden in Anspruch nahm. Am Nachmittag begann schließlich unsere Heimreise mit dem ersten Flug nach São Paulo. Kurz nach dem Start stieg das Flugzeug über den Anden auf und bot einen beeindruckenden Blick auf die scheinbar endlose Gebirgskette. Mit einer Länge von mehr als 7000 Kilometern entlang der Westküste Südamerikas bilden die Anden das längste kontinentale Gebirge der Erde. Während des Sonnenuntergangs landeten wir in São Paulo und verbrachten dort einige Stunden im Transit, bevor wir unseren Nachtflug antraten.
Innerhalb eines einzigen Monats hatte uns diese Reise über zwei Kontinente geführt, von den Straßen Buenos Aires’ und den Königspinguinen der Falklandinseln über die eisigen Landschaften der Antarktis bis hin zu den Fjorden Chiles. Als unser letzter Flug São Paulo verließ, war es Zeit, die Heimreise anzutreten – im Gepäck unzählige Erinnerungen an die außergewöhnliche Tierwelt und die beeindruckende Natur, die wir unterwegs erleben durften. Die Southern Quest-Reise hatte uns in einige der entlegensten Regionen der Südhalbkugel geführt und Einblicke in Gegenden ermöglicht, die auch heute noch nur schwer erreichbar sind.
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