Star Princess: Wie viel Premium steckt in der Sphere-Klasse?


Es gibt Kreuzfahrtschiffe, die man nach drei Tagen kennt. Man weiß, wo der gute Kaffee steht, welche Liege im Schatten liegt und wann das Buffet leer ist. Die Star Princess ist anders.

Wer eine Woche an Bord verbringt, entdeckt am letzten Tag noch Orte, von denen er am ersten nichts ahnte: eine Tür am Ende eines Kabinengangs, dahinter ein Außendeck mit freiem Blick aufs Meer. Oder ein Restaurant, das sich fast heimlich am Heck versteckt.

Mit der Star Princess hat Princess Cruises das jüngste Schiff seiner Flotte in Dienst gestellt. Das Kreuzfahrtschiff wurde in der Fincantieri-Werft in Monfalcone gebaut. Gemeinsam mit der Sun Princess bildet es die neue Sphere-Klasse mit einer Länge von 345 Metern und 21 Decks. An Bord finden bis zu 4.300 Passagiere Platz, um die sich rund 1.600 Crewmitglieder kümmern.

Mit diesen Dimensionen übertrifft das Schiff das übliche Angebot im Premium-Segment, in dem die Passagierzahl meist unter 3.500 bleibt. Die Frage liegt also auf der Hand: Kann ein Schiff dieser Größe den gewohnten Premium-Anspruch erfüllen, den Princess seit Jahrzehnten verspricht? Die Antwort darauf beginnt bei der Architektur.

Die Piazza, der Dome und das Heck

Diese drei Orte verleihen der Star Princess ihre besondere Atmosphäre. Der erste davon liegt mittschiffs. Dort wölbt sich die Bordwand weit nach außen. Diese geschwungene Glasfront namens „The Sphere” ist namensgebend für die gesamte Klasse. Durch das Glas flutet Tageslicht in die Piazza, das Herzstück des Schiffs. Das Atrium erstreckt sich über drei Decks. Wer unten an der Bar einen Cocktail genießt, blickt durch die Wölbung direkt auf die vorbeiziehenden Wellen. Auf jeder Ebene verlaufen Galerien mit Sitzgruppen und Bars um den offenen Raum herum. In der Mitte zieht eine Bühne die Blicke auf sich. Hier finden morgens Tanzkurse statt und abends spielen Livebands, deren Klang über alle drei Etagen steigt.

Ein weiterer besonderer Raum befindet sich auf Deck 18 hoch über dem Bug. „The Dome” ist unter einer Kuppel aus Stahl und Glas gelegen, die wie ein Amphitheater abgestuft ist. Tagsüber dient das Areal als Sonnendeck mit einem Pool, der von innen nach außen führt. Am Abend wechselt die Kulisse. Bei den Candlelight-Konzerten sorgt eine Akustikgitarre für ruhige Momente. Das Kerzenlicht spiegelt sich in der großen Scheibe, während dahinter das Meer in der Dunkelheit versinkt. Bei den Abendshows bietet der Raum Platz für etwa 250 Gäste.

Das Heck ist für jeden Kreuzfahrer ein außergewöhnlicher Ort. Dort reicht die gläserne Wand des Infinity-Pools bis zum Boden. Wer am Beckenrand entspannt, blickt frei auf die rauschende Heckwelle.

Die Pools der Star Princess

Jeder Poolbereich der Star Princess hat seine eigene Atmosphäre. Am Lido Pool auf Deck 17 läuft nachmittags die Videoleinwand mit Konzertmitschnitten, abends mit Filmen. Hier startet am Einschiffungstag die Sail Away Party. Direkt darüber zieht sich ein zweites Sonnendeck umlaufend um den Pool und spendet Schatten für das untere Deck. Selbst an Seetagen finden sich hier freie Plätze.

Am Infinity Pool am Heck geht es ruhiger zu. Dieser Ort gehört den Lesenden und Paaren. Drinks kommen über die angrenzende Bar oder werden per Princess App direkt an die Liege bestellt. Der Pool im Dome liegt halb innen, halb außen und bleibt damit bei jedem Wetter nutzbar. Auf Deck 19 öffnet sich schließlich ein vierter Bereich, der exklusiv den Gästen der Sanctuary Collection vorbehalten ist.

Zwischen Showbühne und Speakeasy: Das Abendprogramm

Auf mehreren Bühnen gleichzeitig läuft das Abendprogramm der Star Princess, sodass eine Woche kaum reicht, um alles zu erleben. In der sich über zwei Decks erstreckenden Princess Arena zeigt die Reederei eigene Produktionen und das Latin-Format „Viva La Música”. Ergänzt wird das Programm durch Gastkünstler wie beispielsweise den US-Magier Joel Meyers.

Im Dome wechseln sich Candlelight-Konzerte und DJ-Abende ab, während in der Piazza Live-Bands spielen, deren Musik durch alle drei Galerieebenen klingt. Wer selbst aktiv werden möchte, kann an den Karaoke-Abenden im Princess Live teilnehmen. Im O’Malley’s Irish Pub spielt eine irische Band bis nach Mitternacht. Princess hat diesen Pub für die Star Princess übrigens um 32 Plätze erweitert.

Ein besonderes Highlight ist „Spellbound by Magic Castle”, eine Speakeasy-Bar im Stil der 1920er Jahre. Sie ist eine Hommage an den Magier Richard Valentine Pitchford, der als „The Great Cardini” bekannt war. Gegen Aufpreis und mit vorheriger Reservierung erhalten Gäste hier zwei Cocktails und eine Zaubershow aus nächster Nähe.

Kulinarische Vielfalt vom Steakhouse bis zur Pop-Art

Über 30 Restaurants und Bars verteilen sich auf dem Schiff. Das Buffet-Restaurant „The Eatery” auf dem Promenadendeck bietet rund 1.300 Plätze, davon 570 unter freiem Himmel. Wer morgens an der frischen Luft frühstücken möchte, ist hier genau richtig. Direkt daneben öffnet sich das Americana Diner. Morgens steht er als Buffet bereit und abends werden dort amerikanische Klassiker à la carte serviert – von Buttermilk Fried Chicken über BBQ Ribs bis zum Shrimp Po’ Boy. Das klassische Menü-Dinner ohne Aufpreis wird in den beiden Hauptrestaurants Aurora und Celestial Dining Room mit täglich wechselnder Karte serviert.

Für Abwechslung sorgen die verschiedenen Spezialitätenrestaurants. Im Crown Grill wird amerikanische Steakküche serviert, während das Butcher’s Block by Dario in Kooperation mit dem toskanischen Kultmetzger Dario Cecchini entstand. Im The Catch by Rudi stehen Fisch und Meeresfrüchte im Mittelpunkt und im Sabatini’s gibt es italienische Küche. Japanische Genüsse bieten das Makoto Ocean mit Sushi sowie das Umai Teppanyaki und das Umai Hot Pot. Im International Café gibt es rund um die Uhr Kaffee, Gebäck und Kleinigkeiten zum Mitnehmen.

Das außergewöhnlichste Restaurant an Bord liegt am Heck auf Deck 17: das „Love by Britto”. Der brasilianische Pop-Art-Künstler Romero Britto hat den Raum gemeinsam mit dem Koch Rudi Sodamin gestaltet. Das Thema Liebe zieht sich vom Raumdesign bis auf den Teller. Britto entwarf die bunten Wandbilder und das Geschirr. Die Küche arrangiert dazu Butter in Buchstabenform und kunstvolle Gurkenherzen. Jedes Gericht wird optisch dem Herzen und der Liebe gewidmet. Das Fünf-Gang-Menü bietet gehobene Küche mit Gerichten wie Wagyu, chilenischem Seebarsch, Lammrücken in Pistazienkruste und in Butter gegartem Hummer.

Durchdachte Kabinen

Die Balkonkabine der Star Princess überzeugt durch ihre durchdachten Details. Bewegungsmelder unter dem Nachttisch und im Badezimmer aktivieren ein gedämpftes Nachtlicht. Wer nachts aufsteht, findet so den Weg ganz ohne Schaltersuche. Der restliche Raum bleibt dunkel, da der Vorhang am Balkonfenster absolut blickdicht schließt. Steckdosen und USB-Anschlüsse sind reichlich vorhanden. Der Schreibtisch bietet genügend Platz für Laptop und Unterlagen. Auch an Stauraum mangelt es weder im Bad noch in der Kabine. Auf dem Balkon laden ein Tisch und zwei Stühle zu einem entspannten Frühstück zu zweit ein.

Wer mehr Platz wünscht, kann eine der 123 Mini-Suiten mit größerem Wohnbereich und separater Sitzecke oder eine der 80 Suiten wählen. Die beiden Sky-Suiten auf Deck 18 verfügen sogar über einen direkten Zugang zur Dome-Terrasse. Die Suiten beinhalten zudem einen Butlerservice und Zugang zur Sanctuary Collection. Den günstigsten Einstieg bieten die Innenkabinen auf den mittleren Decks. Für Gäste mit Mobilitätseinschränkungen stehen 51 barrierefreie Kabinen bereit.

Premium ab der Balkonkabine

Princess öffnet den exklusiven Bereich an Bord bereits ab der Balkonkabine. Die neue Buchungskategorie „Sanctuary Collection” ist in allen Kabinengrößen verfügbar. Wer diese Option wählt, erhält Zutritt zum Sanctuary Club am Heck auf Deck 19, einem abgeschlossenen Bereich für Erwachsene ab 16 Jahren mit eigenen Liegen und separatem Service für höchstens 430 Gäste. Ein besonderes Extra ist die Schiffsglocke an der Wand: Wer zwischen 15 und 17 Uhr daran zieht, bekommt ein Glas Champagner serviert.

Das Sanctuary-Konzept soll laut Princess Cruises dem Reisen über mehrere Generationen hinweg entgegenkommen. So können beispielsweise die Großeltern die Luxus-Suite und die Enkel die günstigere Sanctuary-Balkonkabine buchen.

Spa, Sport und Kinderclubs

Wer an Seetagen Ruhe sucht, findet sie im Lotus Spa. Der Behandlungsbereich liegt auf Deck 6, der Lotus Salon mit Haar- und Beautyangeboten auf Deck 18. Massagen, Gesichtsbehandlungen oder Akupunktur lassen sich bequem vorab buchen. Da die beliebten Zeitfenster schnell vergeben sind, lohnt sich am Einschiffungstag die kostenlose Führung, bei der das Team alle Anwendungen vorstellt.

Wer Aktivität vorzieht, geht nach oben an Deck der Star Princess. Auf Deck 19 warten zwei mit Netzen überdachte Sportfelder für Basketball und Tennis sowie eine umlaufende Joggingbahn mit Meerblick. Am Lido-Pool werden zudem regelmäßig Pool-Volleyballturniere angeboten. Das Fitness-Center auf Deck 18 ist rund um die Uhr geöffnet und morgens finden in der Piazza Zumba- und Line-Dance-Kurse ohne Voranmeldung statt.

Für Familien gibt es an Bord drei Altersbereiche: den Firefly Park für Drei- bis Siebenjährige auf Deck 6, den Neon Grove Tweens Club für Acht- bis Zwölfjährige und die Underground Teen Lounge für 13- bis 17-Jährige auf Deck 7. Das Kinderprogramm ist solide, der Schwerpunkt der Star Princess liegt jedoch ganz klar auf dem gemeinsamen Erleben mehrerer Generationen.

Routen: Zwischen Gletschereis und Palmenstränden

Im Sommer 2026 fährt die Star Princess ihre erste Alaska-Saison. Von Seattle aus stehen bis September achttägige Routen durch die Inside Passage auf dem Programm, die zu geschichtsträchtigen Häfen wie Ketchikan, Juneau und Skagway führen.

Mit dem Ende des Sommers nimmt das Schiff Kurs Richtung Süden. Die Reise führt über Vancouver und durch den Panamakanal bis nach Fort Lauderdale in Florida, wo pünktlich zum Winter die Karibik Saison startet. Von dort aus bedient die Star Princess die Inselwelten der östlichen und westlichen Karibik mit Zielen wie Grand Turk, St. Thomas und Roatán. Für den darauffolgenden Sommer steht bereits die Rückkehr nach Norden fest: Eine zweite Alaska Saison bringt dann sogar neuntägige Routen zum beeindruckenden Hubbard Glacier mit sich.

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Tanja Neumann

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