MSC Preziosa: ein Schiff mit besonderer Geschichte
Was hat man nicht alles schon gesehen: Kreuzfahrtschiffe, die in ihrem ersten Leben Container transportierten – oder als Fähren neben Passagieren auch Fahrzeuge. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstammten viele Kreuzfahrtschiffe noch dem Liniendienst über die Ozeane und erhielten auf Vergnügungsreisen ein zweites Leben.
Auch gab und gibt es Schiffe, die letztlich an eine andere Reederei ausgeliefert wurden als die, die sie ursprünglich bestellt hatte. Gründe hierfür sind beispielsweise eine Insolvenz des ursprünglichen Auftraggebers, der Bauwerft oder beider, wie im aktuellen Fall der Disney Adventure, die kurz vor ihrer Indienststellung steht. Für die MSC Preziosa ist die Geschichte jedoch anders und besonders außergewöhnlich.
MSC PREZIOSA at Rotterdam_Raoul Fiebig
MSC Yacht Club Top Sail Lounge _Raoul Fiebig
Es ist Freitag, der 4. Juni 2010. In einer knappen Pressemitteilung teilt die staatliche libysche General National Maritime Transport Company (GNMTC) mit, ihr „erster Berater“, Kapitän Hannibal Muammar al-Gaddafi, habe mit der Werft STX France Cruise in Saint Nazaire eine Absichtserklärung über den Bau eines 139.400 BRZ großen Kreuzfahrtschiffs mit 1.739 Kabinen zur Ablieferung im Dezember 2012 unterzeichnet. Der Neubau solle der Fantasia-Klasse von MSC Cruises ähneln, jedoch größer sein und mehr Passagieren Platz bieten. Bereits am 30. Juni 2010 bestätigte der französische Staatssekretär für Verkehr, Dominique Bussereau, die Unterzeichnung eines formellen Bauvertrags für die Baunummer X32. Die Auftragslage bei STX France Cruise war zu dieser Zeit schlecht. Das Desaster rund um den Bau der Norwegian Epic war mit deren Ablieferung kurz zuvor hinter sich gebracht worden. Mit dem Bau der späteren MSC Divina hatte man bereits begonnen, obwohl die Finanzierung noch nicht gänzlich gesichert war. Darüber hinaus befand sich lediglich noch des amphibische Angriffsschiff Dixmude für die Französische Marine in Saint Nazaire im Bau.
Hannibal al-Gaddafi ist der fünfte Sohn des libyschen Revolutionsführers und langjährigen Diktators Muammar al-Gaddafi. 1999 schloss er die Marineakademie als Bachelor of Science ab und erwarb 2003 an der Arabischen Akademie für Wissenschaft, Technologie und Seeverkehr sein Kapitänspatent. Seit 2007 war er „erster Berater“ der GNMTC. Muammar al-Gaddafis Herrschaft nahm bekanntlich im Zuge des Arabischen Frühlings im Jahr 2011 ein jähes Ende und der Despot wurde am 20. Oktober 2011 von Rebellen getötet, nachdem die Hauptstadt Tripolis bereits zwei Monate zuvor in die Hände der Rebellen des Nationalen Übergangsrats gefallen war. Hannibal al-Gaddafi flüchtete nach Algerien. Bereits im Juni 2011 hatte STX France Cruise den Vertrag mit der GNMTC aufgekündigt und als Grund hierfür ausgebliebene Abschlagzahlungen genannt.
Das Aufschwimmen des Schiffs erfolgte am 25. Februar 2012. Wenige Wochen später, am 13. März 2012, verkündete MSC Cruises die Übernahme des unfertigen Neubaus. Dieser werde im März 2013 ausgeliefert und solle den Namen MSC Preziosa tragen. In einem Interview mit der Financial Times bestätigte Pierfrancesco Vago, CEO von MSC Cruises, GNMTC habe das Schiff Phoenicia nennen wollen und Hannibal al-Gaddafi habe es unter anderem mit einem 210 Tonnen schweren Haifischaquarium ausstatten wollen. Als Schwesterschiff der MSC Divina sollte die MSC Preziosa dieser weitestgehend ähneln. Für das Haifischbecken war da freilich kein Platz mehr!
Phoenician Plaza_Raoul Fiebig
Safari Lounge_Raoul Fiebig
Am 14. März 2013 wurde die MSC Preziosa in Saint Nazire an MSC Cruises übergeben und nahm unter dem Kommando von Kapitän Giuliano Bossi Kurs auf Genua. Dort wurde der Neubau am 23. März 2013 von Filmdiva Sophia Loren getauft, einer Schulfreundin des MSC-Eigners Gianluigi Aponte. Seine Premierensaison verbrachte das Schiff im Westlichen Mittelmeer. Die MSC Preziosa ist bei einer Länge über alles von 333,33 Metern 37,92 Meter breit und mit 139.072 BRZ vermessen – also minimal kleiner als ursprünglich von GNMTC geplant. Als Hauptmaschinen sind zwei Wärtsilä 16V46 16-Zylinder- und drei Wärtsilä 12V46 12-Zylinder-Dieselmotoren mit zusammen 71.400 kW verbaut. Der Antrieb erfolgt dieselelektrisch mit einer Leistung der E-Fahrmotoren von 43.600 kW. Die Dienstgeschwindigkeit liegt bei 22,3 Knoten.
Mit 1.751 Kabinen verfügt das Schiff über ebenso viele wie das Schwesterschiff MSC Divina und 12 mehr als anfangs geplant. Von den ebenso langen und breiten Vorgängerschiffen MSC Fantasia und MSC Splendida unterscheiden sich MSC Divina und MSC Preziosa vor allem durch die breiteren Aufbauten der Decks 8-13 im achteren Drittel des Schiffs. Diese bieten Platz für zusätzliche Kabinen. Insgesamt verfügt die MSC Preziosa über 13 Passagierdecks (5-18), wobei es – wie auf allen MSC-Schiffen – kein Deck 17 gibt, da die 17 in Italien als Unglückszahl gilt. Passagierkabinen befinden sich auf den Decks 5 sowie 8-13, hinzu kommen die Suiten des exklusiven MSC Yacht Clubs auf den Decks 15/16. Wie bei MSC üblich, gibt es vier sogenannte Erlebniswelten, die unter anderem den Umfang der Inklusivleistungen beeinflussen. So ist bei Bella-Kabinen die Auswahl einer konkreten Kabinennummer nicht möglich und auch bei der Wahl der Tischzeit für das Abendessen muss man sich quasi hintenanstellen. Fantastica ist das „Normalangebot“ mit freier Kabinenwahl innerhalb feiner abgestufter Kabinenkategorien, während die Aurea-Erlebniswelt wellnessaffine Reisende ansprechen soll. Hier unterscheiden sich die Leistungen zudem je nachdem, ob eine Balkonkabine oder Suite auswählt wird. Bleibt noch der exklusive MSC Yacht Club, ein „Schiff im Schiff“-Bereich hoch oben auf den Decks 15, 16 und 18 mit großzügigen Suiten und exklusivem Butlerservice.
Lobby _Raoul Fiebig
MSC Yacht Club Grand Suite_Raoul Fiebig
Allen Kabinen der MSC Preziosa gemein ist die Verwendung dunkler Hölzer, wobei das sonstige Farbschema variiert und je nach Kategorie bzw. Lage auf den verschiedenen Decks eine der Farben blau, rot, gelb oder violett dominiert. Mit im Schnitt 16 m² fallen selbst die Innenkabinen moderat geräumig aus, während die Balkonkabinen im Innenraum rund 2 m² an zusätzlichem Platz bieten, neben dem Balkon, versteht sich. Alle Standardkabinen verfügen über das gleiche kompakte Bad mit Duschkabine (kein Tanz mit dem Vorhang!), großem Spiegel, Toilette und ausreichend dimensionierten Ablagen. Mit „Med by MSC“ hat die Reederei einen eigenen „Signature“-Duft geschaffen, dessen Produkte nicht nur in allen Badezimmern (bis in den MSC Yacht Club) zum Einsatz kommen, sondern den man in Form von Raumdüften und anderen Produkten auch exklusiv an Bord erwerben und sich somit ein wenig Urlaubsfeeling mit nach Hause nehmen kann.
Der MSC Yacht Club ist eine „eigene Welt“ auf den Decks 15-18, den nur dort untergebrachte Passgiere per Schlüsselkarte betreten können. Er verfügt über eine eigene, über beide Decks reichende Lobby mit Concierge-Service und Sitzgelegenheiten auf beiden Ebenen, eine angeschlossene kleine Bibliothek sowie die Top Sail Lounge mit grandiosem Panoramablick über den Bug. Im Rahmen der Buchung einer Suite im MSC Yacht Club ist stets das umfangreichste Getränkepaket enthalten, und neben einem aufmerksamen Butler-Getränkeservice werden in der Top Sail Lounge über den Tag verteilt verschiedene Snacks – vom Frühstück bis zu „Late Night“-Happen – angeboten. Ein eigener Außenbereich mit bequemen Sonnenliegen, Tischen und Stühlen, Pool, Whirlpools, Bar und auch kleinem Buffetbereich auf Deck 18 rundet das Angebot ab.
Buffet Restaurant_ Raoul Fiebig
La Palmeraie MSC Yacht Club Restaurant _Raoul Fiebig
Doch fehlt da nicht noch irgendetwas? Ja, völlig richtig. Die MSC Preziosa ist das letztgebaute Schiff der Flotte, bei dem das Restaurant des MSC Yacht Club nicht Teil des „Schiff im Schiff“-Bereichs ist. Dies ist erst seit der 2017 in Dienst gestellten MSC Meraviglia der Fall. Auf der MSC Preziosa hingegen ist das orientalisch angehauchte Restaurant La Palmeraie exklusiv für Gäste des MSC Yacht Club reserviert. Es liegt dem „Schiff im Schiff“-Bereich diametral gegenüber auf Deck 15, achtern und ist zum Frühstück, Mittag- und Abendessen geöffnet.
Mit der bereits zuvor genannten MSC Meraviglia hielt ein neues Designkonzept bei MSC Einzug, das sich vor allem durch die auffällige Verwendung spiegelnder Flächen auszeichnet und daher insbesondere die Treppenhäuser heller erscheinen lässt. Die MSC Preziosa ist hingegen das jüngste Schiff der Flotte, das diesen „neuen Look“ nicht aufweist. Gleichzeitig ist sie auch das bislang letzte MSC-Schiff, auf dessen Indienststellung eine mehrjährige Pause – immerhin vier Jahre – folgte, bis die Reederei mit der Meraviglia- und der Seaside-Klasse gleich zwei neue Schiffstypen in Fahrt brachte. Seitdem hält der rapide Expansionskurs des Unternehmens unverändert an, und auch in Zeiten der COVID-19-Pandämie hat MSC im Gegensatz zu den meisten anderen großen Kreuzfahrtreedereien darauf verzichtet, ältere Schiffe abzustoßen. Das aktuelle Bauprogramm reicht bis zur Mitte der 2030er Jahre, mit Optionen gar darüber hinaus.
Begeben wir uns auf einen kleinen Schiffsrundgang durch die öffentlichen Räume der MSC Preziosa, die sich über insgesamt 27.000 m² erstrecken. Im Herzen des Schiffs liegt die großzügige Lobby, die über die Decks 5 bis 7 reicht und sich in einem Atrium mit Panoramaaufzügen fortsetzt. Auf allen drei Ebenen finden sich Bars zum geselligen Verweilen. Und während sich die Rezeption auf Deck 5 befindet, liegt das Ausflugsbüro ein Deck höher. Auch ein Teil der Bordshops grenzt auf den Decks 6 und 7 an die Lobby. Vorn im Bug liegt das große Platinum Theatre. Es reicht über drei Decks und bietet Platz für 1.645 Personen. Damit ist es ein Vertreter einer Art von großzügigen Theatern, wie sie heute kaum noch auf neu gebauten Kreuzfahrtschiffen vorkommen. Zum Vergleich: Das World Theatre auf der MSC World Europa bietet nahezu 500 Plätze weniger, obwohl das Schiff 55% größer ist und im Vergleich zur MSC Preziosa auch ebenso viele zusätzliche Passagiere beherbergen kann.
Golden Lobster Restaurant_Raoul Fiebig
Achtern an die Lobby schließt sich das Golden Lobster Restaurant an, das größere der beiden Hauptrestaurants des Schiffs mit 790 Sitzplätzen auf Deck 5 und 534 weiteren auf der Empore ein Deck höher. Das zweite Restaurant, genannt L’Arabesque, befindet sich achtern auf Deck 6 mit Platz für 740 Personen. Bewegt man sich auf diesem Deck von der Lobby nach vorn, erreicht man die Phoenician Plaza, die sich durch einen orientalischen Einschlag – und als Reminiszenz an den ursprünglich angedachten Namen der MSC Preziosa – auszeichnet. Hier gibt es zu bestimmten Zeiten des Tages Livemusik, während man neben Getränken auch Gebäck und Eis erwerben kann. Um die Plaza herum finden sich abermals diverse Shoppingangebote in Form kleiner Läden. Zwischen der Phoenician Plaza und dem Platinum Theatre am Bug findet das gut 1.000 m² große Millennium Star Casino mit Spieltischen und einarmigen Banditen Platz.
Das Casino ist durch eine offene Lobby mit der darüber auf Deck 7 liegenden El Dorado Piano Bar verbunden. Diese wirkt mit ihren großzügigen Sitzgruppen, dem an Schiffsplanken erinnernden Fußboden sowie den vorherrschenden Blau- und Goldtönen sehr elegant. Hinter dem anschließenden Treppenhaus liegen weiter achtern gleich zwei Bereiche: Die Green Sax Bar wirkt mit ihren charakteristischen gläsernen Lampen und den farbenfrohen Lichtsäulen sehr modern und nimmt den Platz an Steuerbord ein. Sie wird allabendlich zum Anziehungspunkt für Liebhaber moderner Unterhaltungsmusik. An Backbord hingegen liegt die Sports Bar, in der neben Getränken zu bestimmten Tageszeiten auch Snacks serviert werden. Wer keine ganz so ruhige Kugel schieben möchte, kann sich auf der 50 m² großen Bowlingbahn darin versuchen, „alle zehne“ abzuräumen. Der Raum ist standesgemäß mit diversen Sportdevotionalien dekoriert.
Butcher s Cut Steakhouse_Raoul Fiebig
El Dorado Piano Bar_Raoul Fiebig
Im Stil einer rustikalen italienischen Taverna daher kommt die Weinbar La Locanda, achtern der Lobby gelegen. Auch hier spielt zuweilen Livemusik, und neben Wein und anderen Getränken ist hier auch Pizza erhältlich. An Backbord schließt sich eines der beiden Spezialitätenrestaurants der MSC Preziosa an, das American Steakhouse Butcher’s Cut mit 121 Plätzen. Es ersetzt das vormals an diese Stelle befindliche Eataly. Speisen sind entweder á la Carte oder in Form eines Dreigänge-Menüs extra zu bezahlen. Neben dem Butcher’s Cut liegt an Steuerbord die Fotogalerie, noch mit klassischen Fotowänden, auf denen die Fotoabzüge der Bordfotografen feilgeboten werden. Den Bereich hinter dem achteren Treppenhaus nimmt die Safari Lounge mit 313 Plätzen ein. Rückenlehnen und Teppich mit Leopardenmuster und Säulen, die an Giraffenhälse erinnern, erfüllen hier die Erwartungshaltung, die bei Nennung des Namens aufkommt. In der Safari Lounge können kleinere Shows stattfinden und eine große Tanzfläche lädt dazu ein, die eine oder andere an Bord hinzugewonnene Kalorie durch mehr oder weniger rhythmische Bewegungen zur Livemusik wieder loszuwerden. Auf Deck 7 befindet sich übrigens noch eine Außenpromenade – leider verläuft sie größtenteils hinter Rettungsbooten und sie ist auch nicht umlaufend. Einige freie Stellen, um den Blick aufs Meer zu genießen, gibt es aber dennoch.
Es folgen, wie zuvor erwähnt, sechs reine Kabinendecks, bevor wir auf Deck 14 auf die nächsten öffentlichen Bereiche treffen. Vorn erstreckt sich dort bis auf Höhe des ersten Treppenhauses der 1.700 m² große MSC Aurea Spa. Er hält für Fitness- und Wellnessfans allerlei Einrichtungen zur sportlichen Betätigung oder Entspannung bereit: Vom Whirlpool mit Hydromassage über einen Thermalbereich mit Sauna, Dampfbad und Kälteraum bis hin Behandlungsräumen für Massagen und ähnliche Anwendungen reicht das Angebot. Neben einem Fitnesscenter mit Blick über den Bug gehören auch Friseur und Kosmetiksaison zum MSC Aurea Spa. An der Spa Bar sind exklusive Wellnesscocktails erhältlich.
La Playa Preciosa ist der Name des über zwei Decks reichenden Innenpoolbereichs, der sich achtern anschließt. Neben dem bis zu 1,90 Metern tiefen Swimmingpool laden hier Whirlpools zum Verweilen und Relaxen ein – auf der Empore auf Deck 15 stehen zudem Tischfußball und Tischtennisplatten zur Verfügung. Die Bar hält eine besondere Karte mit Smoothies, Shakes & Co. bereit, die anderswo auf dem Schiff nicht erhältlich sind. An den überdachten Poolbereich schließt sich auf Deck 14 das große Hauptpooldeck an, genannt Aqua Park. Wer zuweilen laute Animation im mediterranen Stil mag, ist hier zu bestimmten Tageszeiten genau richtig. Darüber hinaus bietet der großzügige Außenbereich viel Platz für Sonnenliegen und Sitzplätze, teilweise auch für Raucher. Auch ein Deck höher auf Deck 15 finden Sonnenhungrige zahlreiche Liegen. Am achteren Ende des Pooldecks liegen die beiden Bars Saphir und Tuquoise – an letzterer kann auch feines Gelato erworben werden! Den gesamten Heckbereich von Deck 14 nehmen die ineinander übergehenden Buffetrestaurants Inca (vorn) und Maya (achtern) ein. Neben einer Vielzahl von Essens- und Getränkeausgaben gibt es hier auch eine Bar. Im vorderen Bereich wird fortwährend sehr gute Pizza gebacken, die nahezu ganztätig kostenlos erhältlich ist.
La Locanda Wine Bar_ Raoul Fiebig
Aqua Park_Raoul Fiebig
Auf Deck 15, vorn, liegt die unterste Ebene des zuvor erwähnten MSC Yacht Clubs, dahinter die oberen Ebenen der La Playa Preziosa sowie des Aqua Parks. Weiter achtern liegen die Einrichtungen für jüngere Reisende, darunter das Doremiland für Kinder unter 12 Jahren sowie der Teen Club I Graffiti für 12- bis 17-Jährige. Das sich anschließende Restaurant La Palmeraie ist, wie erwähnt, Reisenden im MSC Yacht Club vorbehalten – nicht jedoch der Garden Pool mit Bar und Sonnenliegen im unmittelbaren Heckbereich. Zahlreiche Sonnenliegen finden auch achtern auf Deck 16 Platz. Es schließt sich, nahe des Schornsteins, der Wasserspielplatz Doremi Castle an. Auf den Außendecks zu beiden Seiten des Schornsteins können abermals Sonnenliegen aufgestellt werden, an Steuerbord besteht zudem die Möglichkeit, Shuffleboard zu spielen. Vor dem Schornstein liegen der Formel-1-Simulator und das 4D-Kino. Beide sind kostenpflichtig, können jedoch mit dem im Voraus buchbaren Fun Pass – ebenso wie die Bowlingbahn in der Sports Bar und die Videospiel-Arkade vor dem Formel-1-Simulator – zu vergünstigten Preisen genutzt werden.
Im nahezu kreisrunden Aufbau liegt neben der Virtual World genannten Videospiel-Arkade ein kleiner Raum namens Sky & Stars, der für Konferenzen oder Meetings von maximal 51 Personen genutzt werden kann. Den größten Teil des Bereichs nehmen jedoch das Galaxy Restaurant und die gleichnamige Lounge ein – mit spektakulären Rundumblicken. Wie auch im Butcher’s Cut, gelten im Galaxy Restaurant à-la-Carte-Preise für Sushi und andere fernöstliche Spezialitäten, alternativ ist ein Set-Menü erhältlich. Am späteren Abend wird das Galaxy zur Diskothek – von der tollen Aussicht hat man dann freilich nichts mehr!
Die oberste Ebene des zuvor genannten runden Aufbaus nimmt auf Deck 18 das Top 18 Solarium ein, ein exklusives Sonnendeck für Aurea-Gäste. Auch Passagiere, die im MSC Yacht Club residieren, haben durch ihre Bordkarte Zutritt. Ihnen steht jedoch darüber hinaus am Bug auf demselben Deck der exklusive Bereich The One zur Verfügung, wie bereits erwähnt. Rein rechnerisch stehen bei Zweierbelegung jedem Passagier der MSC Preziosa 7,71 m² an öffentlichen Bereichen zur Verfügung. Zum Vergleich: Bei der MSC World Europa, die zur derzeit größten Schiffsklasse von MSC Cruises zählt, sind es 7,31 m². Da diese Zahl aber außen vorlässt, wie und zu welchen Zeiten die entsprechenden Bereiche nutzbar sind, bleibt ihre Aussagekraft – ähnlich der auf Basis der Bruttoraumzahl berechneten „Passenger Space Ratio“ – letztlich gering.
La Playa Preciosa interior Pool_Raoul Fiebig
Galaxy Restaurant_Raoul Fiebig
Grundsätzlich bietet die MSC Preziosa gerade auf den weitläufigen und im Vergleich zu neueren Schiffen recht wenig verbauten Außendecks recht viel Platz. Auch in den Innenbereichen stehen vergleichsweise viele Bars und Lounges zur Verfügung. Auf einem Schiff mit maximal 4.345 Passagieren bleibt es aber natürlich nicht aus, dass bestimmte Bereiche zuweilen überfüllt wirken.
Die MSC Preziosa verbringt den Südsommer 2025/2026 in Südamerika mit Reisen ab Santos (Brasilien) und Buenos Aires (Argentinien). Im April 2026 kehrt sie dann wieder ganzjährig nach Nordeuropa zurück und wird bis mindestens Oktober 2027 von Hamburg aus operieren. Insbesondere während der Wintersaison 2026/2027 werden allerdings auch die anderen Häfen entlang der klassischen „Metropolenroute“ – Rotterdam, Zeebrügge, Le Havre und Southampton – zur Ein- und Ausschiffung genutzt.
Verpassen Sie keine Neuigkeiten, Updates und Rezensionen zu MSC Kreuzfahrten auf Cruising Journal – mit Fotos, Videos und aktuellen Kreuzfahrtangeboten.














