“Gastronomy of the Seine” an Bord der Jane Austen
Es gibt Flusskreuzfahrten, die einem Frankreich zeigen, und Flusskreuzfahrten, die einen Frankreich schmecken lassen. Die MS Jane Austen von Riviera Travel vermag beides, mit entwaffnender Eleganz. Die Route, treffend mit dem Titel ‚Gastronomy of the Seine‘ versehen, beginnt in Paris, doch es ist die Normandie, die die Reise für sich beansprucht und sich nicht nur als Reiseziel offenbart, sondern als Quelle jener Aromen, Traditionen und stillen Genüsse, die diese Kreuzfahrt prägen.
Die Seine gilt seit jeher als der poetischste Fluss Frankreichs, doch auf dieser Reise wird sie zu etwas noch Intimerem: zu einer Wegweiserin, einer Vorratskammer, einem verbindenden Faden, der die kulinarischen Erlebnisse jedes Tages miteinander verknüpft. Die Jane Austen mit ihrem Charme eines englischen Landhauses scheint für diese Rolle wie geschaffen.
ENTRANCE LOBBY MS JANE AUSTEN
FLORAL ARRANGEMENT
Eine schwimmende englische Landvilla mit floralem Akzent
Riviera Travel weiß, dass ein Flussschiff zugleich Rückzugsort und Auftakt zur Entdeckung sein sollte. Die Jane Austen verkörpert beides auf wunderbare Weise. Ihr Design setzt auf die zurückhaltende Eleganz einer englischen Landvilla, ein Stil, der sich harmonisch mit der Großzügigkeit verbindet, die der Blick auf den Fluss verlangt. In dieser Saison ziehen sich üppige florale Arrangements durch Salons und Korridore: Lilien, Rosen und Hortensien schaffen die einladende Atmosphäre eines inneren Gartens, der sich sanft von Bug bis Heck entfaltet.
Die zierlichen Orchideen im Speisesaal, sorgfältig auf jedem Tisch platziert, verleihen den Abendessen eine raffinierte Intimität. Auch die Kabinen strahlen dieselbe ruhige Eleganz aus: zarte Farbtöne, für ein europäisches Flussschiff außergewöhnlich großzügig geschnitten und mit französischen Balkonen ausgestattet, die das Morgenlicht und das leise Murmeln des Flusses hereinlassen.
Ein Pariser Abend, den man nicht vergisst
Nach dem Abendessen gleitet die Jane Austen am ersten Abend flussabwärts durch das Herz von Paris – nicht um aufzubrechen, sondern um die Stadt zu feiern. Der Eiffelturm entfaltet sein nächtliches Lichtspektakel, während das Schiff auf ihn zutreibt – ein Anblick von solcher Theatralik, dass er eigens für diese Reise inszeniert zu sein scheint. Wenige Augenblicke später tritt die Pariser Freiheitsstatue ins Blickfeld, selbstbewusst auf ihrer kleinen Insel mitten im Fluss positioniert und von den Lichtern der Stadt erhellt. Für die Nacht kehrt das Schiff an seinen Liegeplatz zurück, und mit dem Morgengrauen wandelt sich alles. Man erwacht inmitten sanfter Grüntöne und Weiden, durchsetzt von Obstgärten der Normandie. Hier, in dieser weicheren Landschaft, fühlt sich die Jane Austen vollkommen zu Hause – eine englische Landvilla, die hier auf beinahe poetische Weise angekommen ist.
EIFFEL TOWER AND STATUE OF LIBERTY
Das Bistro am Heck: Ein Buffet mit Augenzwinkern und einem Hauch Gauloises
Am Heck des Schiffes dient das Bistro als informeller Speisebereich von Riviera Travel, auch wenn es schnell mehr wegen seiner Atmosphäre als wegen der Speisekarte geschätzt wird. Klar und zeitgenössisch gestaltet, mit großen Fenstern und den unvermeidlichen Selbstbedienungs-Kaffeemaschinen, ist es ein Rückzugsort für Frühaufsteher, für Leserinnen und Leser sowie für alle, die einen ruhigen Platz zum Arbeiten suchen oder einfach die vorbeiziehende normannische Landschaft betrachten möchten. Ich gebe zu, es wurde zu meinem inoffiziellen Büro – ein Aussichtspunkt mit Blick, den kein Coworking-Space bieten könnte.
Das Bistro führt zudem auf das kleine Raucherdeck, eine reizvolle Reminiszenz an das filmische Paris, eingebettet in die Luft der Normandie. Ein Hauch Gauloises, ein leiser Verweis auf Truffaut, eine Gruppe von Gästen im Gespräch vor dem sanften Dahingleiten des Flusses. Kulinarisch spiegelt das Bistro-Buffet das Fehlen einer voll ausgestatteten Küche wider: Käse, Wurstwaren und einige warme Speisen erscheinen zuverlässig. Es ist nicht der Ort, an dem man das Staunen sucht – diese Rolle gehört eindeutig dem Hauptrestaurant –, doch bleibt es ein entspannter und charmanter Winkel des Schiffes. Seine Aufgabe ist es, Atmosphäre zu schaffen, nicht Magie, und genau das erfüllt es vollkommen.
THE BISTRO MS JANE AUSTEN
BISTRO BUFFET JANE AUSTEN
Normandie: Der kulinarische Herzschlag der Kreuzfahrt
Sobald man flussaufwärts reist, offenbart die Normandie den eigentlichen Sinn der Route „Gastronomy of the Seine“. Hier ist Küche nicht bloß Tradition, sondern Erbe. Die Obstgärten leuchten voller Äpfel, die Weiden beherbergen das berühmte Vieh der Region, und die Märkte quellen über vor Erzeugnissen, die wirken, als seien sie direkt einem Gemälde entsprungen.
Das Abendessen an Bord der Jane Austen wird zu einer Hommage an die normannischen Aromen. Sahne erscheint so, wie die Normandie sie versteht: samtig, reichhaltig und ohne jede Entschuldigung. Die Butter entfaltet eine Tiefe, die beinahe das Erhabene streift. Äpfel übernehmen ihre Hauptrolle mit selbstverständlicher Autorität, in Torten, Kompotten und Saucen. Die Bordküche macht sich diese Identität zu eigen. An einem Abend sind Jakobsmuscheln leicht karamellisiert und auf einem hellen, klaren Püree angerichtet; an einem anderen ist der Kabeljau perfekt gegart, Meeresfrüchte, die mit der ruhigen, sicheren Stimme der Normandie sprechen.
Honfleur und der Ruf des Meeres
Honfleur verleiht der Kreuzfahrt mit seinem malerischen Hafen und den wechselnden Himmeln ihren maritimen Pulsschlag. Die Fischerboote bringen den Fang des Tages an Land – glänzende Kaisergranate, Jakobsmuscheln und Kabeljau – und am Abend verwandelt die Küche der Jane Austen sie in Gerichte, deren Herkunft unmissverständlich bleibt. Diese Mahlzeiten sind nicht verspielt oder aufwendig. Sie sind ehrlich, tief regional verwurzelt und vollkommen im Einklang mit den Gezeiten.
Rouen und Les Andelys: Märkte der Erinnerung
Rouen führt die Reisenden an den landwirtschaftlichen Puls der Normandie heran. Die Märkte sind übervoll mit in Papier gewickeltem Käse, Salat, der noch vom Tau glänzt, und Äpfeln, zu Pyramiden aufgeschichtet, die eines Cézanne würdig wären. Die Geschichte der Stadt und ihre Küche existieren hier Seite an Seite und bereichern einander.
Les Andelys bietet leisere Genüsse: einen Cidre-Erzeuger, der ganzjährig elixierartige Getränke mit herbstlicher Note ausschenkt, Calvados-Destillerien, in denen die Fässer zu atmen scheinen, und Obstgärten, deren stille Schönheit noch lange nach dem Besuch nachhallt. Diese Ausflüge sind keine Nebenschauplätze – sie bilden das Fundament dessen, was allabendlich an Bord auf den Tellern erscheint.
APPLE CIDER MANOR HOUSE
HONFEUR BOAT
Abende an Bord: Ein Fluss zur Ruhe gekommen
Die Nächte auf der Jane Austen folgen einem sanften Rhythmus. Cocktails in der Lounge, leise Musik, Gespräche, die steigen und fallen wie der Fluss selbst. Durch die großen Fenster wird die Seine zum ständigen Begleiter und gleitet dahin mit jener zurückhaltenden Dramatik, die nur ein Fluss entfalten kann. Riviera Travel gestaltet diesen Teil der Reise mit Eleganz: Nichts wirkt erzwungen, alles steht im Einklang mit dem Moment.
Ein Frankreich der Langsamkeit und des Genusses
Was „Gastronomy of the Seine“ von Riviera Travel auszeichnet, ist die Treue zum Ort. Diese Kreuzfahrt versucht nicht, die gesamte französische Küche zu umarmen; vielmehr lädt sie die Gäste ein, eine Region in der Tiefe zu erschmecken und Äpfeln, Sahne, Butter, Meeresfrüchten und den Märkten der Normandie die Geschichte erzählen zu lassen.
Wenn die Jane Austen nach Paris zurückkehrt, wirkt die Reise nicht nur abgeschlossen, sondern gelebt. Dies ist Frankreich, wie es erlebt werden sollte: langsam, aufmerksam und genussvoll. Und genau darin liegt letztlich das wahre Kennzeichen einer gastronomischen Kreuzfahrt.
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