La Capitanio feiert hundert Jahre Geschichte
Das Motorschiff „La Capitanio“, das 1926 vom Stapel lief, ist 100 Jahre alt geworden und ist noch immer das Symbol der Binnenschifffahrt auf dem Iseosee.
Dieses prachtvolle Schiff war ursprünglich ein Dampfschiff und beförderte 130 Passagiere von einem Ufer des Sees zum anderen. Es war ein unverzichtbares und sehr häufig genutztes Verkehrsmittel bis zum Aufkommen des Automobils.
Die La Capitanio wurde 1926 für die Società di Navigazione a Vapore sul Lago d’Iseo in den Cantieri Cerusa di Voltri gebaut. Von Genua aus erreichte sie den See per außergewöhnlichem Transport für die damalige Zeit. Fünf Jahre nach dem Stapellauf wurde die Dampfmaschine ausgebaut und durch einen Dieselmotor der Franco Tosi ersetzt, wodurch sie zu einer Motonave wurde.
La Capitanio e Lovere
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Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schiff in Sarnico von einer Bordwaffe beschossen, während eines Luftangriffs einer alliierten Patrouille von Supermarine Spitfire-Flugzeugen, die die nahegelegene Brücke beschädigen wollten. Durch den Beschuss geriet das Schiff in Brand und wurde vorübergehend außer Dienst gestellt.
Nach diesem Ereignis wurde das Schiff in die Werft nach Lovere überführt und später im Jahr 1950 von der Firma ITALSIDER erworben. Das Stahlunternehmen baute es zu einem Schlepper um, der zum Ziehen von Lastkähnen für den Transport von Eisenbahnwaggons zwischen dem Werk in Lovere und dem Bahnhof in Paratico eingesetzt wurde.
Nach seiner Außerdienststellung wurde das Schiff von verschiedenen privaten Eignern mit großer Leidenschaft übernommen, die es vor der Verschrottung retteten. Durch mehrere Umbauten wurde es schließlich für den Freizeitbetrieb genutzt. Die Aufbauten wurden im Laufe der Zeit mehrfach verändert und beinhalteten auch Teile des Schleppers „Trieste“, doch der genietete Stahlrumpf blieb seit 1926 unverändert. An Bord wurden zudem wertvolle Dokumente zum Bauplan und zum Stapellauf des Schiffes gefunden.
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Der Name des Schiffes war eine Hommage an die selige und später heiliggesprochene Bartolomea Capitanio (1807–1833), die gemeinsam mit Vincenza Gerosa die Kongregation der „Schwestern von Maria Bambina“ gründete, auch bekannt als die Schwestern der Carità der Heiligen Capitanio und Gerosa.
Die „La Capitanio“ gilt als Schiff von großem historischem Wert und wurde mit der goldenen ASI-Plakette Nr. 1 ausgezeichnet. Der Automotoclub Storico Italiano (ASI) ist die Organisation, die die historische Authentizität und Originalität von Fahrzeugen bescheinigt, um den Zugang zu gesetzlichen Vorteilen und Erleichterungen zu ermöglichen.
Darüber hinaus erhielt das Schiff in diesem Jahr vom Fondo per l’Ambiente Italiano (FAI) einen bedeutenden Zuschuss für ein Projekt zur außerordentlichen Instandhaltung des Rumpfes sowie für dessen Erhaltung. Der Verein La Capitanio 1926 APS plant darüber hinaus, das Schiff zu einem echten schwimmenden Museum zu machen.
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Die Feierlichkeiten rund um die Motonave fanden am 2. und 3. Mai statt und bedeuteten eine Würdigung eines Symbols, das tief in der Geschichte und Identität des Iseosee verwurzelt ist.
Am 2. Mai begann die Veranstaltung mit geführten Besichtigungen an Bord der „La Capitanio“, die am Piazzale Marinai d’Italia (Lovere) in Lovere festgemacht hatte. Am Nachmittag fand die Tagung „Die Museen der lombardischen Seen im hundertjährigen Jubiläum der La Capitanio: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Wasserwege“ statt. Die Accademia Tadini konnte damit einen wichtigen Vertiefungsmoment zur historischen Schifffahrt auf den lombardischen Seen ausrichten. Der Freskensaal der Akademie wurde so zum Ort eines intensiven Austauschs über den Schutz des schiffbaren Kulturerbes und die kulturelle Aufwertung der lombardischen Wasserwege. An der Veranstaltung nahmen namhafte Vertreter aus der Museumswelt, dem Fondo per l’Ambiente Italiano (FAI), dem Automotoclub Storico Italiano (ASI) sowie aus kultur- und schifffahrtsbezogenen Institutionen teil.
Von der Rolle der Navigli und der großen Seenrouten über den Schutz des schiffbaren Erbes bis hin zur zeitgenössischen Bedeutung der Motonave „La Capitanio“ bot die Tagung einen fundierten Einblick, wie die Geschichte des Wassers bis heute mit dem Gebiet, dem Tourismus und der Kultur im Dialog steht.
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Massimiliano Barro betonte, dass dieses Jubiläum aus Leidenschaft, Erinnerung und gemeinsamem Engagement entstanden sei und eine besondere Gelegenheit dargestellt habe, die Gemeinschaft zusammenzubringen, das nautische Kulturerbe aufzuwerten und mit Stolz in die Zukunft zu blicken. Dieser bedeutende Meilenstein zeige, so fügte er hinzu, dass die „Capitanio“ auch heute noch ein lebendiger Teil der Kultur und des kollektiven Gedächtnisses sei.
Der festliche Abend wurde durch ein anspruchsvolles Klavierduo-Recital der Meister Carmine Colangeli und Francesco Quattrocchi im stimmungsvollen Konzertsaal des Accademia Tadini bereichert. Ein Termin, der Musik, Geschichte und lokale Identität verband und einen der bedeutendsten kulturellen Orte des Gebiets in einen idealen Dialog zwischen Kunst und Landschaft stellte. Das musikalische Programm führte das Publikum auf eine Reise durch verschiedene Epochen, mit einem Repertoire, das intime Atmosphären, erzählerische Stimmungen und symbolische Bezüge zum Thema der Reise hervorrief.
Die Bürgermeisterin von Claudia Taccolini hob die große Bedeutung des Jubiläums für Lovere und den gesamten Sebino hervor, insbesondere im Hinblick auf die enge Verbindung zwischen Gemeinschaft, Schifffahrt und lokaler Tradition.
Am Sonntag, dem 3. Mai, wurden die Feierlichkeiten auf dem See fortgesetzt, mit der großen öffentlichen Ausfahrt der Motonave als Hauptdarstellerin einer Parade entlang der Uferpromenade, begleitet von den Booten der hundertjährigen Gesellschaft Canottieri Sebino, gefolgt von der feierlichen Segnung der „Capitanio“ – ein hochsymbolischer Moment für die Gemeinschaft des Sebino.
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