Havila Voyages ist dem europäischen Projekt LOWNOISER als assoziierter Partner beigetreten und bekräftigt damit sein Engagement für die Entwicklung eines zunehmend nachhaltigen und umweltbewussten Seeverkehrs.

Die Initiative zielt darauf ab, die Auswirkungen von Unterwasserlärm, der durch maritime Aktivitäten verursacht wird, zu reduzieren und zum Schutz der Meeresökosysteme beizutragen. Im Rahmen des Projekts stellt das Unternehmen sein Schiff MS Havila Capella für groß angelegte Tests unter realen Bedingungen entlang der norwegischen Küstenroute zwischen Bergen und Kirkenes zur Verfügung. An Bord werden fortschrittliche Sensoren und Hydrofone installiert, um den unter Wasser abgestrahlten Lärm sowie die während des normalen Schiffsbetriebs entstehenden Vibrationen zu überwachen. Die gewonnenen Daten liefern wertvolle Erkenntnisse für die Entwicklung von Lösungen, die eine leisere und umweltfreundlichere Schifffahrt ermöglichen.

Marianne Vågen Langeland, Chief Operating Officer von Havila Voyages, betont, dass die Zukunft des Seeverkehrs im Einklang mit den Ozeanen und den betroffenen Küstengemeinschaften gestaltet werden muss. Der Beitritt zum Projekt LOWNOISER und die Bereitstellung der Havila Capella für Tests unter realen Bedingungen stellen einen konkreten Beitrag zur Entwicklung eines maritimen Sektors dar, der nicht nur sauberer, sondern auch leiser und rücksichtsvoller gegenüber dem Meeresleben ist.

Laut Vågen Langeland stellt Unterwasserlärm eine häufig unsichtbare Umweltbelastung dar, die jedoch erhebliche Auswirkungen auf marine Ökosysteme haben kann. Der ganzjährige Betrieb entlang einer der spektakulärsten und zugleich empfindlichsten Küsten der Welt bringt eine besondere Verantwortung mit sich, positive Veränderungen voranzutreiben. Durch Zusammenarbeit, Wissensaustausch und Innovation möchte Havila Voyages zur Entwicklung neuer Standards für eine zunehmend nachhaltige Küstenschifffahrt beitragen.

Im Rahmen des Projekts wird das Demonstrationsschiff eingesetzt, um neue Technologien zur Verringerung des durch das von Kongsberg Maritime entwickelte Antriebssystem verursachten Lärms zu bewerten, darunter fortschrittliche Lösungen zur Optimierung von Kegelradgetrieben. Die Überwachungsaktivitäten ermöglichen einen Vergleich der Betriebsbedingungen des Schiffes vor und nach der Einführung der technologischen Maßnahmen und machen deren Wirksamkeit messbar.

Um eine präzise Analyse zu gewährleisten, werden zudem fest installierte Messstationen mit Hydrofonen eingesetzt. Diese liefern Referenzdaten, die Forschern und Technologieentwicklern dabei helfen, die erzielten Verbesserungen unter realen Betriebsbedingungen zu bewerten.

Eine erste Messkampagne wurde bereits im März 2026 durchgeführt, um den während des normalen Schiffsbetriebs entstehenden Unterwasserlärm zu analysieren – sowohl im Betrieb mit LNG-betriebenen Generatoren als auch bei ausschließlich batterieelektrischem Antrieb. Die gesammelten Daten ermöglichten eine vertiefte Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Betriebsweisen, Antriebssystemen und den im marinen Umfeld erzeugten Geräuschpegeln und bilden eine wichtige Grundlage für die Entwicklung zukünftiger Lärmminderungsmaßnahmen.

Obwohl der maritime Sektor bedeutende Fortschritte bei der Reduzierung von Emissionen erzielt hat, bleibt der unter Wasser abgestrahlte Lärm eine bislang wenig beachtete Umweltherausforderung. Viele Meeresarten sind auf Schall angewiesen, um lebenswichtige Funktionen wie Kommunikation, Orientierung, Nahrungssuche und Fortpflanzung auszuführen. Die zunehmende Lärmbelastung durch Schiffe kann diese natürlichen Prozesse beeinträchtigen, insbesondere in sensiblen Küstengewässern.

Durch die Bereitstellung eines modernen Schiffes für Tests unter realen Bedingungen unterstützt Havila Voyages die Entwicklung konkreter Lösungen zur Reduzierung von Lärm direkt an der Quelle. Die gewonnenen Daten werden dazu beitragen, besser zu verstehen, wie Betriebsbedingungen und Antriebssysteme den Unterwasserlärm beeinflussen, und die Entwicklung wirksamer Maßnahmen zur Lärmminderung unterstützen. Diese Erkenntnisse werden zudem zur Festlegung künftiger Umweltstandards und neuer regulatorischer Rahmenbedingungen für den Seeverkehr beitragen.

Das von Maritime CleanTech koordinierte europäische Projekt LOWNOISER vereint 15 Partner aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Technologieorganisationen, die gemeinsam an der Entwicklung innovativer Lösungen zur Verringerung der Umweltauswirkungen der Schifffahrt arbeiten. Gefördert im Rahmen des europäischen Programms Horizon Europe verfolgt das Projekt das Ziel, Technologien zu entwickeln, zu testen und zu validieren, die den Seeverkehr leiser, effizienter und nachhaltiger machen.

Die Teilnahme von Havila Voyages stellt einen wichtigen Beitrag zu den im Projekt vorgesehenen Demonstrationsaktivitäten und Datenerhebungen dar. Wie Emilie Dorgeville, LOWNOISER-Projektkoordinatorin bei Maritime CleanTech, hervorhebt, ermöglicht die Zusammenarbeit mit der norwegischen Reederei die Gewinnung grundlegender Erkenntnisse, um das Verständnis von Unterwasserlärm zu verbessern und die Wirksamkeit der entwickelten Lösungen zu bewerten. Die Ergebnisse der Aktivitäten werden außerdem zur Definition zukünftiger Umweltstandards für den Seeverkehr beitragen.

Die gemeinsame Vision der Projektpartner ist eine Zukunft, in der die Meere nicht nur sauberer, sondern auch ruhiger sind. Durch die Verbindung der Reduzierung von Unterwasserlärm mit den bereits laufenden Maßnahmen zur Verringerung von Emissionen fördert das Projekt LOWNOISER einen ganzheitlichen Ansatz für die Nachhaltigkeit im maritimen Sektor. Ziel ist es, marine Ökosysteme zu schützen und eine verantwortungsvollere Schifffahrt zu ermöglichen.

Giorgia Lombardo