Das Adriatic Sea Forum ist für seine achte Ausgabe nach Venedig zurückgekehrt und hat sich erneut als eine der wichtigsten Veranstaltungen für den Austausch über die Zukunft des maritimen Tourismus im Adriaraum etabliert.

Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit der Hafenbehörde für das Nördliche Adriatische Meer (Autorità di Sistema Portuale del Mar Adriatico Settentrionale) organisiert, mit Unterstützung des Hauptsponsors Bassani Group, der Sponsoren Mastercard und Plus Marine sowie mit Beiträgen von Generali Italia, Venezia Terminal Passeggeri und Venice Yacht Pier. Sie brachte Branchenvertreter, Institutionen und weitere Akteure zusammen, um Entwicklungen, Chancen und Herausforderungen eines Sektors zu analysieren, der für die Tourismuswirtschaft des gesamten Adriaraums zunehmend strategische Bedeutung gewinnt. Zu den Partnern der Ausgabe 2026 gehörte auch Cruising Journal als offizieller Medienpartner des Forums, der die wichtigsten Diskussionsrunden zur Entwicklung des maritimen Tourismus im Adriaraum begleitete.

Die Ausgabe 2026 bot die Gelegenheit, die neue Ausgabe des Adriatic Sea Tourism Report vorzustellen – des von Risposte Turismo erstellten Forschungsberichts, der einen umfassenden Überblick über den Stand des maritimen Tourismus in den sieben Ländern am Adriatischen Meer gibt. Die erhobenen Daten zeichnen das Bild eines sich kontinuierlich wandelnden Sektors, der von dem erwarteten Wachstum im Kreuzfahrtgeschäft und bei den Seeverbindungen, dem Ausbau des nautischen Angebots sowie von umfangreichen Infrastrukturinvestitionen getragen wird, die für die kommenden Jahre geplant sind.

Der von Francesco di Cesare, Präsident von Risposte Turismo, vorgestellte Bericht analysiert die Verkehrsströme, Größenordnungen, Merkmale und Entwicklungslinien des maritimen Tourismus in den sieben Adriastaaten. Dabei konzentriert er sich auf die drei wichtigsten Segmente des Sektors: Kreuzfahrten, Fährverkehr und Nautik. Ziel ist es, den Akteuren der Branche ein aktuelles Bild des Marktes zu vermitteln sowie Chancen und Herausforderungen aufzuzeigen, um die zukünftige Entwicklung eines Sektors zu unterstützen, der weiterhin eine strategische Ressource für die Tourismuswirtschaft des Adriaraums darstellt.

Den Prognosen des Adriatic Sea Tourism Report 2026 zufolge wird der maritime Tourismus in der Adria seinen Wachstumskurs fortsetzen. Unterstützt wird diese Entwicklung durch die erwartete positive Entwicklung des Kreuzfahrtsektors und der Seeverbindungen sowie durch den Ausbau des nautischen Angebots.

Im Detail bestätigt der Kreuzfahrtsektor seinen positiven Trend. Laut dem Bericht von Risposte Turismo werden die 35 Häfen der Adria das Jahr 2026 voraussichtlich mit rund 5,7 Millionen abgefertigten Passagieren abschließen, wobei Ein- und Ausschiffungen sowie Transitpassagiere berücksichtigt werden. Dies entspricht einem Anstieg von 6 % gegenüber 2025. Gleichzeitig wird die Zahl der Schiffsanläufe rund 4.000 erreichen, was einem Wachstum von 7,7 % entspricht. Das Wachstum der Passagierzahlen wird vor allem von der östlichen Adriaküste getragen und ermöglicht es dem Sektor, sich dem Vorkrisenniveau anzunähern, ohne jedoch den im Jahr 2019 verzeichneten Rekord zu erreichen.

Im Vergleich zu den anderen Großregionen des Mittelmeers bleibt die Adria das einzige Gebiet, das zwischen 2019 und 2025 einen Rückgang des Kreuzfahrtverkehrs verzeichnet hat: Das Minus beträgt 8 %. Andere Regionen konnten dagegen deutliche Zuwächse verbuchen. Das West Coastal Mediterranean verzeichnete ein Wachstum von 35 %, während das Eastern Mediterranean um 83 % zulegte.

Nach Einschätzung der Forscher von Risposte Turismo ist der Rückstand der Adria vor allem auf infrastrukturelle Unterschiede und lokale Vorschriften zurückzuführen, die in einigen Fällen die Möglichkeit der Häfen einschränken, größere Kreuzfahrtschiffe aufzunehmen. Dennoch wird 2026 ein Rekordjahr hinsichtlich der Zahl der in den adriatischen Häfen abgefertigten Schiffe sein: Rund 4.000 Schiffsanläufe werden erwartet, gegenüber 3.700 im Jahr 2016. Dieses Ergebnis bestätigt die zunehmende Präsenz mittelgroßer und kleinerer Schiffe sowie die im Vergleich zur Vergangenheit geringere Bedeutung des Homeportings.

Auf nationaler Ebene wird Italien seine Position als führendes Adriaküstenland im Kreuzfahrtverkehr bestätigen: Für Ende 2026 werden mehr als 2,1 Millionen abgefertigte Passagiere erwartet, was 37,3 % des Gesamtaufkommens der Region entspricht, sowie 1.075 Schiffsanläufe. Es folgen Kroatien mit erwarteten 1,61 Millionen Passagieren und Griechenland, das erstmals die Marke von einer Million abgefertigten Passagieren überschreiten dürfte.

Zu den Ländern mit dem stärksten Wachstum zählt Albanien, das zwar noch deutlich von den Rekordwerten des Jahres 2017 entfernt bleibt, im Vergleich zu 2025 jedoch den deutlichsten Zuwachs verzeichnen wird: +15,9 % bei den abgefertigten Passagieren und +29,9 % bei den Schiffsanläufen.

Bei Betrachtung der einzelnen Häfen wird Korfu zum siebten Mal in Folge der führende Kreuzfahrthafen der Adria sein und erstmals die Marke von einer Million abgefertigten Passagieren erreichen. Dies entspricht einem Wachstum von 11,8 % gegenüber 2025 und ist auf mehr als 560 Schiffsanläufe (+20,3 %) zurückzuführen. An zweiter Stelle bleibt Dubrovnik mit erwarteten 675.000 Passagieren, 8 % mehr als 2025. Auf den dritten Platz rückt hingegen Kotor vor, das 615.000 Passagiere erreichen und damit ein Wachstum von 6 % verzeichnen dürfte. Komplettiert wird die Top Five durch Bari mit erwarteten 559.000 Passagieren (+1,5 % gegenüber 2025) und Venedig, das laut den Prognosen von Risposte Turismo einen Rückgang von 9,3 % gegenüber 2025 verzeichnen und bei rund 530.000 abgefertigten Passagieren liegen wird.

Zu den Häfen mit der besten Entwicklung zählen hingegen Bar in Montenegro, wo 2026 rund 130.000 Passagiere erwartet werden, was einem Wachstum von 78,5 % gegenüber 2025 entspricht, sowie Ravenna, das voraussichtlich 390.000 Passagiere erreichen und damit einen Zuwachs von 57,2 % verzeichnen wird.

Was das Segment der Fähren, Tragflächenboote und Katamarane betrifft, bestätigt das im Adriatic Sea Tourism Report 2026 gezeichnete Bild eine positive Entwicklung. Nach den Prognosen von Risposte Turismo dürfte der Sektor im kommenden Jahr erneut steigende Verkehrszahlen verzeichnen und 20,6 Millionen abgefertigte Passagiere erreichen, was einem Wachstum von 2,1 % gegenüber 2025 entspricht. Auch in diesem Segment liegt die Führung weiterhin fest in den Händen der wichtigsten Häfen der Region. Split wird mit mehr als 5,2 Millionen abgefertigten Passagieren an der Spitze der Rangliste bleiben, ein Plus von 2,5 % gegenüber 2025. Auf dem zweiten Platz folgt Igoumenitsa, das voraussichtlich die Marke von 3,1 Millionen Passagieren überschreiten und einen Zuwachs von 3 % verzeichnen wird. Zadar belegt mit mehr als 2,7 Millionen Passagieren und einem Wachstum von 1,4 % gegenüber 2025 den dritten Platz.

Bei der Kommentierung der Ergebnisse des Berichts betonte der Präsident von Risposte Turismo, Francesco di Cesare, dass die Entwicklung des maritimen Tourismus an der Adria auf einen gesunden und dynamischen Sektor hindeute, der von bedeutenden öffentlichen und privaten Investitionen sowie von einer touristischen Nachfrage getragen werde, die weiterhin großes Interesse an der Region zeige. Nach Ansicht des Präsidenten bleibt der Vergleich mit anderen Mittelmeerregionen und internationalen Märkten jedoch entscheidend, um das noch beträchtliche Wachstumspotenzial der Adria besser einzuschätzen. Diese Entwicklung wird verschiedene Faktoren berücksichtigen müssen, darunter die Strategien der einzelnen Länder der Region, den Ausbaugrad der Hafeninfrastrukturen, die Qualität und Organisation der Gästebetreuung sowie das Management der Touristenströme.

Zu den Prioritäten für die Zukunft zählt nach Ansicht des Präsidenten von Risposte Turismo insbesondere die Notwendigkeit, die Verbindung zwischen Küstengebieten und Hinterland zu stärken. Dabei gehe es nicht nur darum, die Erreichbarkeit und Mobilität zu verbessern, sondern auch darum, den gesamten adriatischen Makroraum als integrierte touristische Destination zu betrachten und die Vielfalt sowie den Reichtum seiner Attraktionen stärker zur Geltung zu bringen.

Im Bereich der Wassersport- und Bootstouristik bestätigt die Adria ihre strategische Bedeutung innerhalb des maritimen Tourismus, mit einem kontinuierlich wachsenden Angebot an Einrichtungen und Dienstleistungen. Laut der von Risposte Turismo für 2026 erstellten Bestandsaufnahme gibt es in der Region insgesamt 347 Marinas und Yachthäfen. Fast das gesamte Angebot, rund 93 %, konzentriert sich auf Italien und Kroatien, die damit weiterhin die beiden wichtigsten Wassersportmärkte der Adria sind – mit 189 beziehungsweise 133 Marinas und Yachthäfen.

Der Bericht weist zudem insgesamt 81.710 Liegeplätze aus, was einem Anstieg von 1,3 % gegenüber 2024 entspricht. Auch in diesem Bereich liegen Italien und Kroatien an der Spitze, mit 49.597 beziehungsweise 21.847 Liegeplätzen. Dies unterstreicht die zentrale Bedeutung beider Länder für das nautische Angebot der Region.

Besonders positiv sind auch die Aussichten für den Yachtcharter, sowohl im Segment der Segelyachten als auch bei Motorbooten. Die von Risposte Turismo bei den Branchenakteuren erhobenen Einschätzungen zeichnen ein gegenüber den vergangenen Jahren verbessertes Bild in einem Markt, der seine Strukturen zunehmend gefestigt hat. Die aktuellen Erwartungen fallen positiver aus als jene, die im Vergleich zwischen 2024 und 2023 geäußert wurden, als Prognosen eines Rückgangs gegenüber Wachstumserwartungen überwogen. Das Vertrauensniveau hat jedoch noch nicht das vor zehn Jahren erreichte Niveau zurückgewonnen: Damals erwarteten 89 % der Anbieter im Segelcharter-Segment und 50 % der Anbieter im Motorbootsegment ein Wachstum. Unter den verschiedenen Nachfragesegmenten zeigt insbesondere die lokale Nachfrage eine hohe Dynamik – sowohl im Segel- als auch im Motorbootcharter.

Bei der Vorstellung der Daten zur Bootstouristik betonte der Präsident von Risposte Turismo, dass dieser Bereich angesichts der großen Küstenlänge und der zahlreichen Anlege- und Hafenanlagen eine grundlegende Komponente für die touristische Zukunft der Adria darstelle. Aus einer genuin touristischen Perspektive müsse jedoch zwischen der Gruppe der ortsansässigen und stationären Nutzer und jener der Transitgäste unterschieden werden. Letztere seien der eigentliche Motor des nautischen Tourismus: Es handelt sich um Besucher, die ihre Boote für mehrtägige Routen nutzen und dabei verschiedene Häfen entlang ihrer Reise anlaufen.

Gerade auf diese Form der Nachfrage, so der Präsident von Risposte Turismo, sollten die Anstrengungen in den kommenden Jahren stärker konzentriert werden, insbesondere durch eine Ausweitung der für Transitgäste vorgesehenen Liegeplätze in den Marinas. Derzeit liegt ihr Anteil bei rund 20 % der gesamten Liegeplätze, wobei erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Regionen der Adria bestehen. Die Häfen an der östlichen Adriaküste beispielsweise widmen diesem Nutzertyp bereits einen größeren Anteil ihres Angebots. Investitionen in neue Infrastrukturen und Dienstleistungen für die Bootstouristik bleiben daher eine Priorität. Ebenso wichtig wird es jedoch sein, eine touristische Nachfrage anzuziehen, die zunehmend darauf ausgerichtet ist, die Adria über integrierte nautische Reiserouten zu entdecken.

Der Adriatic Sea Tourism Report 2026 widmet sich auch ausführlich dem Thema der Investitionen zur Stärkung des maritimen Tourismus im adriatischen Raum. Laut der von den Forschern von Risposte Turismo erstellten Bestandsaufnahme wurden für den Zeitraum 2027–2030 auf beiden Seiten der Adria insgesamt Investitionen von mehr als 843 Millionen Euro geplant. Ziel ist es, die Infrastrukturen und Dienstleistungen für den Kreuzfahrttourismus, den Passagierverkehr mit Fähren und den nautischen Tourismus auszubauen.

Von diesen Mitteln entfallen mehr als 573 Millionen Euro auf die Entwicklung des Kreuzfahrttourismus und der Seeverbindungen, während 270 Millionen Euro in den Bereich der Bootstouristik fließen sollen. Rund 230 Millionen Euro sind insbesondere für den Bau von sieben neuen Yachthäfen vorgesehen, weitere 40 Millionen Euro für Erweiterungs- und Modernisierungsmaßnahmen an bestehenden Hafenanlagen.

Zu den bedeutendsten Maßnahmen an der italienischen Adriaküste zählen Projekte zur Modernisierung und nachhaltigen Entwicklung der Hafenstandorte. In Triest und Monfalcone ist die Elektrifizierung der Kaianlagen vorgesehen, während im Hafen von Triest zudem umfangreiche Instandhaltungsarbeiten am Molo Bersaglieri durchgeführt werden sollen.

In Venedig umfasst der Maßnahmenplan die Instandhaltung des Vittorio-Emanuele-Kanals mit einer Investition von 32 Millionen Euro, Instandhaltungsbaggerungen im Kanal Malamocco–Marghera mit einem Gesamtvolumen von 85 Millionen Euro sowie den Bau von zwei neuen Liegeplätzen für Kreuzfahrtschiffe am Canale Nord–Sponda Nord in Porto Marghera, für den 72 Millionen Euro investiert werden sollen.

Mit Blick auf die Zukunft des maritimen Tourismus im Raum Venedig äußerte sich Matteo Gasparato, Präsident der Hafenbehörde für die Nördliche Adria. Er betonte, dass die Erfahrungen von Venedig und Chioggia zeigten, dass sich der maritime Tourismus von einem zu verwaltenden Phänomen zu einer Chance entwickeln lasse, die es gezielt zu nutzen gelte – durch ein Modell, das auf Nachhaltigkeit, Respekt gegenüber den jeweiligen Gebieten und der Qualität der entstehenden Beziehungen beruhe.

Nach Ansicht von Matteo Gasparato wurde in den vergangenen Jahren ein Prozess eingeleitet, um das gesamte Hafensystem neu zu denken: Verkehrsströme sollen auf mehrere Anlaufstellen verteilt, Investitionen in die Elektrifizierung der Kaianlagen vorangetrieben und die Nachfrage stärker auf hochwertigere Tourismusformen ausgerichtet werden, die die Identität der Orte und ihr kulturelles Erbe berücksichtigen.

Aus dieser Perspektive wird das Meer als Raum für Begegnung und Zusammenarbeit verstanden – auch durch europäische Projekte und grenzüberschreitende Initiativen, die darauf abzielen, die beiden Seiten der Adria durch Kultur, Innovation und ein gemeinsames maritimes Erbe miteinander zu verbinden.

Zu den weiteren bedeutenden Maßnahmen entlang der italienischen Adriaküste zählen auch die für Ancona geplanten Projekte. Dazu gehören der Bau eines neuen Passagierterminals mit einer Investition von 7,2 Millionen Euro und einer geplanten Fertigstellung bis 2027 sowie das Projekt Molo Clementino mit einem Investitionsvolumen von 15 Millionen Euro. Weiter südlich, an der südlichen Adria, planen die apulischen Häfen Bari, Brindisi und Termoli Gesamtinvestitionen von mehr als 70 Millionen Euro, um die Qualität des Empfangs von Kreuzfahrtpassagieren zu verbessern. Vorgesehen sind unter anderem die Modernisierung bestehender Terminals, der Bau eines neuen Kreuzfahrtterminals in Brindisi an der Anlegestelle Sant’Apollinare sowie die Elektrifizierung der Hafeninfrastruktur.

Im Bereich der Bootstouristik hat Risposte Turismo Investitionen von mindestens 100 Millionen Euro für den Bau neuer Yachthäfen in Italien identifiziert. Zu den wichtigsten Projekten zählen der neue Yachthafen von Otranto mit einer geplanten Investition von 70 Millionen Euro sowie die neue Marina von Bari am Molo San Cataldo, für die 30 Millionen Euro veranschlagt werden.

In Kroatien, in Pula, ist bis 2029 der Bau eines neuen Passagierterminals mit einer Investition von 130 Millionen Euro vorgesehen, zusammen mit dem Bau einer neuen Außenmole für 26,8 Millionen Euro. Der Hafen von Split wird mehr als 24 Millionen Euro in das Terminal Resnik-Divulje und die Erweiterung des Molo San Pietro investieren, während Korčula mehr als 16 Millionen Euro (ohne Steuern) für den Bau des neuen Hafens bereitstellen wird. In Dubrovnik ist das wichtigste Projekt Bathovina II mit einem Volumen von 22 Millionen Euro. Es sieht die Verlagerung des Fährverkehrs in einen außerhalb des Hafens gelegenen Bereich sowie Reparaturarbeiten an der Kaianlage des Molo Petka vor. In Griechenland wird der Hafen von Igoumenitsa hingegen bis 2027 rund 6,8 Millionen Euro in die Einführung eines Cold-Ironing-Systems investieren, also in die landseitige Stromversorgung von Schiffen während ihres Aufenthalts im Hafen.

Auch der nautische Sektor an der östlichen Adriaküste wird von neuen Investitionen profitieren. In Kroatien werden 2027 die Eröffnung des neuen Yachthafens von Šešula mit einer geschätzten Investition von 7 Millionen Euro sowie für 2029 die erste Bauphase des Yachthafens von Verudela mit einem Volumen von 1,1 Millionen Euro erwartet. In Albanien sind hingegen zwei große Projekte im Bereich des Luxusyacht-Tourismus geplant: Vlora Marina, die von D-Marin betrieben werden soll und voraussichtlich bis 2027 mit einem Investitionsvolumen von 45 Millionen Euro fertiggestellt wird, sowie Durrës Yachts Marina, dessen erste Phase laut Risposte Turismo mit 28 Millionen Euro veranschlagt wird und voraussichtlich 2028 abgeschlossen sein soll. In Griechenland schließlich ist für 2029 die Eröffnung der Lamda Corfu Marina vorgesehen, ein groß angelegtes Projekt mit einer geschätzten Investition von rund 50 Millionen Euro.

Die achte Ausgabe des Adriatic Sea Forum stellte die zentralen Themen rund um die Zukunft des maritimen Tourismus im adriatischen Raum in den Mittelpunkt der Diskussion und beleuchtete die Herausforderungen und Chancen, die den Sektor in den kommenden Jahren prägen werden. Besonderes Augenmerk galt dabei den Auswirkungen des Klimawandels und des steigenden Meeresspiegels auf touristische Aktivitäten und maritime Infrastrukturen – eine Entwicklung, die sowohl Angebot als auch Nachfrage beeinflussen und alle Segmente des Sektors betreffen wird, von der Freizeitschifffahrt über den großen Kreuzfahrttourismus bis hin zu Fährverbindungen.

Ausführlich diskutiert wurde auch die strategische Rolle der Fähren – nicht nur als verbindendes Element zwischen den verschiedenen Gebieten, sondern auch als Instrument zur Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, des Austauschs und einer stärkeren Integration der Adria als übergreifender touristischer Makrodestination. Die Diskussion zeigte, dass Seeverbindungen dazu beitragen können, die Mobilität innerhalb des adriatischen Beckens zu stärken, das Wachstum der Touristen- und Passagierströme zu fördern und die Attraktivität der Region auch für internationale Märkte zu erhöhen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem nautischen Tourismus und seiner tatsächlichen Bedeutung für die Küstenwirtschaft der Adria. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Notwendigkeit, zwischen der lokalen und wohnortgebundenen Nutzung und der eigentlichen touristischen Nachfrage zu unterscheiden, die durch Transitgäste repräsentiert wird, die ihre Boote für mehrtägige Routen nutzen und dabei in verschiedenen Häfen Halt machen. Gerade diese zweite Komponente wurde als eine der wichtigsten Entwicklungschancen für den Sektor identifiziert, da weiterhin erhebliches Wachstumspotenzial besteht – sowohl durch eine Erhöhung des Anteils touristischer Nutzer in den Marinas als auch durch die Fähigkeit der adriatischen Häfen, neue internationale Nachfrageströme anzuziehen.

Im Rahmen des Adriatic Sea Forum wurde außerdem der vierte Call for Proposals zur Kapitalisierung des Programms Interreg Italien–Kroatien vorgestellt. Die Initiative zielt darauf ab, bereits im Rahmen der europäischen Zusammenarbeit entwickelte Lösungen zu übertragen und aufzuwerten, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem nachhaltigen Tourismus liegt.

Seit mehr als zehn Jahren unterstützt das Programm Interreg Italien–Kroatien die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den Gebieten an beiden Seiten der Adria. Im Zeitraum 2014–2020 wurden mehr als 90 Projekte finanziert, während in der laufenden Förderperiode 2021–2027 bereits mehr als 120 Projekte in verschiedenen strategischen Bereichen unterstützt werden, darunter nachhaltiger Tourismus und multimodaler Seeverkehr. Der neue Call, der in Abstimmung mit dem Mediterranean Multi-Programme Mechanism (MMM) des Interreg-Mediterranean-Programms entwickelt wurde, soll die Verbreitung und Anpassung bereits erprobter guter Praktiken fördern und deren Wirkung über die jeweiligen Ursprungsgebiete hinaus verstärken.

Die Chancen, die die Ausschreibung bietet, wurden am ersten Tag des Forums von Silvia Comiati, Leiterin der Verwaltungsbehörde des Programms Interreg Italien–Kroatien, vorgestellt. Sie erläuterte die wichtigsten Merkmale des Calls sowie den strategischen Rahmen, in den die Initiative eingebettet ist. Für die Maßnahme stehen knapp 6 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Die Ausschreibung bleibt bis zum 15. September 2026 geöffnet und bietet interessierten Akteuren die Möglichkeit, neue Projekte mit Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und territorialer Zusammenarbeit einzureichen.

Das Forum widmete zudem den europäischen Programmen und grenzüberschreitenden Initiativen Raum, die auf Nachhaltigkeit, die Aufwertung des Natur- und Kulturerbes sowie die Entwicklung eines gemeinsamen touristischen Angebots der Adriaküstenländer ausgerichtet sind. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zu stärken und die unterschiedlichen Identitäten des Makroraums zur Geltung zu bringen.

Im Rahmen der Veranstaltung sprach auch Simonida Kordić, Tourismusministerin Montenegros. Sie betonte, dass die Adria weit mehr als ein gemeinsam genutztes Meer darstelle: Sie sei eine gemeinsame Identität und zugleich eine Chance für nachhaltiges Wachstum für sieben Länder. Nach Ansicht von Kordić wird eine verstärkte Zusammenarbeit, insbesondere im Bereich des nautischen Tourismus, dazu beitragen, eine klar erkennbare, gut vernetzte und umweltbewusste Makrodestination zu schaffen, die das ganze Jahr über ein hochwertiges mediterranes Reiseerlebnis bieten kann.

In diesem Sinne betonte Alessandra Priante, Präsidentin der ENIT, dass die Adria zu den Meeren des Mittelmeers mit dem größten Reichtum an Geschichte, Identität und Schönheit zählt. Der Küsten- und Meerestourismus stellt Priante zufolge den Hebel dar, über den die sieben Länder eine gemeinsame Vision einer nachhaltigen und ausgewogenen Entwicklung schaffen können: nicht einfach ein Reiseziel, das es zu vermarkten gilt, sondern eine Region, die durch eine gemeinsame Strategie, Daten, Zusammenarbeit und die Fähigkeit, ihre Vielfalt in ein integriertes Tourismussystem zu verwandeln, gestaltet und gesteuert werden muss.

Im Rahmen des Forums wurde zudem den Themen Konnektivität, Wettbewerbsfähigkeit und dem wirtschaftlichen Wert, den der maritime Tourismus für die adriatischen Gebiete generiert, besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Der zweite Veranstaltungstag begann mit der Präsentation der Ergebnisse des europäischen Projekts CROSSCONNECT – „Cross-border Coordinated Sea-Land Approach Interconnecting Ports of the Adriatic Sea with Airports and Urban Areas“ –, das im Rahmen des Interreg-Programms Italien-Kroatien finanziert wurde. Dabei wurden die im Projekt entwickelten Aktivitäten sowie die vier neuen, im Rahmen des Projekts realisierten intermodalen Pilotverbindungen vorgestellt. Darüber hinaus wurde erörtert, wie die Akteure und Stakeholder der Region diese Ergebnisse nutzen können, um die Integration von Häfen, Flughäfen und städtischen Gebieten zu verbessern und damit die Mobilität in der gesamten Makroregion zu stärken.

Zu den weiteren behandelten Themen gehörte die zunehmende Kluft zwischen der Adria und den anderen Mittelmeerregionen im Kreuzfahrtsektor. Dabei wurden die Gründe analysiert, weshalb die Region Schwierigkeiten hat, das in der Vergangenheit erreichte Verkehrsaufkommen wiederzuerlangen, und mögliche Strategien zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit diskutiert. Die von Gabriele Bassi, Chief Editor des Cruising Journal, eingeleitete und moderierte Diskussion brachte Vertreter von Kreuzfahrtgesellschaften, Schifffahrtsagenturen und Häfen zusammen. Im Mittelpunkt standen die wichtigsten Faktoren für die Entwicklung des Sektors, mögliche Verbesserungsmaßnahmen sowie die notwendigen Voraussetzungen, um den aktuellen Trend umzukehren.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem wirtschaftlichen Wert des maritimen Tourismus für die Länder der Adria, mit besonderem Augenmerk auf den Auswirkungen des Sektors in Bezug auf touristische Ausgaben, die beteiligten Wertschöpfungsketten, Beschäftigung und die Entwicklung der Küstenwirtschaften. Die Diskussion unterstrich die Bedeutung einer verbesserten Fähigkeit, die Gesamtauswirkungen des Sektors zu messen und aufzuwerten, insbesondere angesichts der neuen Investitionen und der Wachstumsmöglichkeiten für die einzelnen Regionen.

Die Ausgabe 2026 des Forums fand schließlich mit einer Diskussion über die Städte an der Adria und die neuen Anforderungen an maritime Destinationen ihren Abschluss. Im Mittelpunkt stand der Dialog mit den Bürgermeistern von drei repräsentativen Städten der Region. Im Zentrum der Diskussion stand die Notwendigkeit, ein Gleichgewicht zwischen dem Wachstum der Touristenströme, der Lebensqualität der lokalen Bevölkerung und der Weiterentwicklung der Küstenziele in einem sich kontinuierlich wandelnden touristischen Umfeld zu finden.

Das Adriatic Sea Forum 2026 bestätigte die strategische Bedeutung des maritimen Tourismus für die Zukunft der Adria und identifizierte die Zusammenarbeit zwischen den Regionen, Nachhaltigkeit und Innovation als wichtigste Entwicklungsrichtungen für den Sektor.

Gabriele Bassi