In San Pedro, Belize, fand die 17. Konferenz für nachhaltigen Tourismus der Caribbean Tourism Organization (STC 2026) statt – eine internationale Veranstaltung, die mehr als 40 Experten, institutionelle Vertreter, Tourismusfachleute und Innovatoren aus der Karibik und anderen Regionen der Welt zusammenbrachte, um über die Zukunft eines verantwortungsvollen Tourismus zu diskutieren.

Die vom 27. bis 30. April 2026 stattfindende Konferenz stand unter dem Leitthema „Tourism in Full Color“ („Tourismus in voller Farbenpracht“) – eine Einladung, traditionelle und fragmentierte Modelle der Tourismusentwicklung zu überwinden und stattdessen einen stärker integrierten Ansatz zu verfolgen, der ökologische Nachhaltigkeit, kulturelle Wertschätzung, soziale Inklusion und wirtschaftliches Wachstum miteinander verbindet.

Im Mittelpunkt der Diskussionen stand die Notwendigkeit für karibische Destinationen, Strategien zu entwickeln, die konkrete Vorteile für die lokalen Gemeinschaften schaffen und gleichzeitig die natürlichen Ökosysteme sowie das kulturelle Erbe der Region schützen.

Den Auftakt der Diskussion bildete Dame Pania Tyson-Nathan DNZM, Chief Executive von New Zealand Māori Tourism, mit der Keynote „Tourism in Full Color – A New Development Paradigm“, in der sie eine Perspektive vorstellte, die auf indigenem Wissen und inklusiven Entwicklungsmodellen basiert. In ihrem Beitrag betonte sie die Bedeutung eines Tourismus, der lokale Identitäten, Traditionen und Gemeinschaften aufwertet und dabei ein Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichem Wachstum und dem Schutz der Regionen schafft.

Das Konferenzprogramm befasste sich mit verschiedenen Wirtschaftsmodellen im Zusammenhang mit nachhaltigem Tourismus: von der Blue Economy, die auf der verantwortungsvollen Nutzung mariner und küstennaher Ressourcen basiert, über die Green Economy, die auf die Reduzierung von Emissionen und die Stärkung der Klimaresilienz ausgerichtet ist, bis hin zur Orange Economy, die Kultur und Kreativwirtschaft umfasst, sowie zur Purple Economy, deren Schwerpunkt auf sozialem Zusammenhalt, Wohlbefinden und inklusiver Entwicklung liegt.

Zu den herausragenden Beiträgen gehörte jener von Professor Dale Webber, Botschafter Jamaikas und Sondergesandter für Klimawandel und Umwelt, der Strategien zur Bewältigung der klimatischen Risiken erörterte, denen karibische Destinationen ausgesetzt sind. Paloma Zapata, CEO von Sustainable Travel International, richtete ihr Augenmerk hingegen auf das Management der touristischen Tragfähigkeit – ein Thema, das in einem globalen Kontext, der durch den zunehmenden Druck auf besonders fragile Gebiete geprägt ist, immer wichtiger wird.

Ein weiterer bedeutender Moment der Konferenz war der Ministerdialog zum Thema Resilienz, an dem institutionelle Vertreter wie Anthony Mahler, Minister für Tourismus, Jugend, Sport und Beziehungen zur Diaspora von Belize; Orlando Habet, Minister für nachhaltige Entwicklung, Klimawandel und Feststoffabfallmanagement; sowie Zorisha Hackett, Tourismusministerin von Tobago, teilnahmen.

Ein großer Teil der Konferenz war der Rolle der Gemeinschaften bei der Tourismusentwicklung gewidmet. An den Sitzungen zum Thema Inklusion nahmen Dr. Kadijatu Grace Ahene-Kamara, stellvertretende Ministerin für Tourismus und kulturelle Angelegenheiten von Sierra Leone, sowie Dr. Acolla Lewis-Cameron von der University of the West Indies teil, die den Wert von Wegen hin zu einem umweltfreundlicheren und nachhaltigeren Tourismus vertiefte. Weitere Beiträge kamen von der belizischen Expertin Seleni Matus von der George Washington University, Dahlia Guard von der Saint Lucia Community Tourism Agency, Kelly Fontenelle, CEO der St. Kitts Tourism Authority, sowie Frank Comito, ehemaliger CEO der Caribbean Hotel and Tourism Association.

Die vom karibischen Journalisten Julian Rogers moderierten Sitzungen brachten zudem Vertreter der Interamerikanischen Entwicklungsbank, der CAF – Entwicklungsbank für Lateinamerika und die Karibik, der Travel Foundation und der Kommission der Organisation der Ostkaribischen Staaten zusammen. Dabei wurde ein Austausch über die notwendigen politischen Maßnahmen gefördert, um einen ausgewogeneren und nachhaltigeren Tourismussektor aufzubauen.

Ein besonderes Merkmal der STC 2026 war der Tag, der den Praxiserfahrungen unter dem Titel „Sustainability in Action“ gewidmet war. Er ermöglichte es den Teilnehmern, einige herausragende Beispiele für nachhaltigen Tourismus in Belize unmittelbar kennenzulernen.

Die Delegierten besuchten Orte wie das Archäologische Reservat von Lamanai, das Meeresschutzgebiet Hol Chan sowie die Region Hopkins mit der Palmento Grove Eco-Cultural and Healing Lodge und Che’il Mayan Chocolate, außerdem das Cockscomb Basin Wildlife Sanctuary und die Chaa Creek Experience. Die Besuche zeigten, wie Tourismus zu einem Instrument für den Umweltschutz und die kulturelle Aufwertung werden kann, indem er lokale Wirtschaftskreisläufe unterstützt und das Naturerbe bewahrt.

Die vom Ministerium für Tourismus, Jugend, Sport und Beziehungen zur Diaspora von Belize sowie vom Belize Tourism Board ausgerichtete STC 2026 bestätigte die Rolle des Landes als Innovationslabor für nachhaltigen Tourismus.

Laut Narendra Ramgulam, stellvertretender Direktor für nachhaltigen Tourismus der Caribbean Tourism Organization (CTO), zeigte sich der Wert der STC 2026 insbesondere in ihrer Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven, Fachkenntnisse und Erfahrungen zusammenzubringen, um neue Wege für den karibischen Tourismus aufzuzeigen. Die Konferenz stellte eine wichtige Plattform für den Austausch zwischen Institutionen, Branchenfachleuten und Innovatoren dar und förderte den Austausch von Ideen, die Entstehung neuer Kooperationen sowie die Entwicklung konkreter Lösungen für eine widerstandsfähigere, inklusivere und nachhaltigere Tourismusindustrie.

Die Veranstaltung wurde von Carnival Corporation & plc und Norwegian Cruise Line Holdings Ltd./Belize Island Holdings Ltd (BIHL) unterstützt, mit Beiträgen verschiedener belizischer Partner, darunter Bowen & Bowen, Development Finance Corporation, DIGI Belize, National Institute of Culture and History, Wine Smith Ltd. und BELTRAIDE – Belize Trade and Investment Development Service.

Mit der STC 2026 bekräftigte die Caribbean Tourism Organization ihre Vision eines karibischen Tourismus, der auf dem Prinzip „One Sea, One Voice, One Caribbean“ basiert, und förderte ein Modell, in dem Nachhaltigkeit, Kultur und Gemeinschaften zentrale Elemente der zukünftigen Entwicklung der Region bilden.

Giorgia Lombardo